Monatsarchiv für April, 2006
Ein Jahr lang verfolgte Jens Klein mit dem Projekt JVA Magdeburg eine Auseinandersetzung mit einem Ort, der die Strukturen, Hierarchien und Abhängigkeiten unserer Gesellschaft in einem eigenen Mikrokosmos widerspiegelt, sich aber scheinbar am Rande dieser befindet. Das Ergebnis: Etwa 45 Portraitaufnahmen, Sachfotografien persönlicher Gegenstände sowie Innen- und Außenansichten der JVA Magdeburg, die vom 19. Mai bis zum 19. Juni im MDR Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt zu sehen sind. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein gesonderter Textband mit Interviews, die der Künstler sowohl mit Inhaftierten als auch mit Angestellten geführt hat.
Die Fotografien sind mehr als bloße Dokumentation und fordern den Betrachter auf subtile Weise zum Dialog heraus. Nicht moralisierend, nicht bewertend zeigen sie ohne technische Verfremdungen und aufwendige Inszenierungen den Ort und die Menschen, mit der ihnen eigenen Würde. Eine Gleichwertigkeit der Darstellung ist konzeptionell angelegt und findet sich in fast allen Fotografien wieder. Die Umsetzung gelingt Jens Klein durch die zentralperspektivische Kameraposition, den Verzicht auf zusätzliche Lichtquellen, die gleichmäßige Ausleuchtung der Innenräume, welche ein Licht-Schatten-Spiel ausschließt, das Aufheben einer sicheren Zuordnung von Personen zu Gegenständen und Räumen, die Herauslösung der Personen aus ihrem räumlichen Umfeld. Zusätzlich verstärkt das bewusste Auslassen der Namen der Fotografierten den Wegfall jeglicher von außen gegebener Individualität und Identität. Diese erhalten sie einzig durch ihre formatfüllende Abbildung in Frontalansicht.
Die Aufnahmen der Zellen haben nichts Voyeuristisches. Sie zeigen verschiedene persönliche Räume, ohne deren Intimsphäre preiszugeben. Die Situation des Eingesperrt-seins wird auch hier nicht thematisiert. Die Fenster sind Quelle des natürlichen Lichtes, das Gitter vor ihnen wird durch das starke Gegenlicht nur als verschwommene, sich auflösende Struktur wahrnehmbar. Die anderen Innenraumaufnahmen zeigen ebenso wie die Fotografien des mit Grün belebten Hofes weitere herausgelöste Details des Gesamtbildes, ohne dem Betrachter einen Rahmen oder eine Verortung vorzugeben.
Das Prinzip der Nichtzuordnung in der Arbeit von Jens Klein eröffnet Denkräume, die mit eigenen Assoziationen gefüllt werden können, wenn man sich auf einen Dialog mit dem Abgebildeten einlässt. Dieses korrespondiert zugleich mit dem Prinzip der Akzeptanz des Anderen, der Wahrung von Würde und Individualität. (Susanne Knorr)
Weitere Infos unter http://www.extremnett.de/jensklein
26. April 2006
[mygal=PeterGranser]Die Kunsthalle Tübingen zeigt vom 28. April bis zum 2. Juli Fotoserien von Peter Granser. Der in Stuttgart lebende Österreicher hat sich innerhalb kurzer Zeit eine eigenständige Stilistik erarbeitet und seine Bücher »Sun City« (2003) und »Alzheimer« (2005) wurden begeistert von der Fotokritik aufgenommen. Hell in der Tonalität, sachlich in der Komposition und pointiert in der Motivwahl widmet sich Granser Phänomenen der Freizeitkultur, die er in oftmals humorvollen Bildern einfängt. Darüber hinaus beschäftigen ihn gesellschaftliche Tabuthemen wie Alter oder Krankheit.
In ihrer kühlen Ästhetik sind die Aufnahmen Peter Gransers zugleich Reflexionen über die Künstlichkeit des fotografischen Bildes. Indem der Künstler seine Modelle oftmals zur posierenden Selbstinszenierung einlädt, wird diese Wirkung noch unterstrichen.
Im Mittelpunkt der umfassenden Einzelausstellung steht die Serie »Coney Island«. Der älteste Vergnügungspark der USA, am Rande von New York gelegen, wurde in den 20er Jahren zum Paradies des kleinen Mannes. Den Mythos dieses Ortes prägten nicht zuletzt die Schwarzweißaufnahmen von Andreas Feininger, Weegee, Diane Arbus oder Bruce Gilden, die dort dem Freizeitleben der amerikanischen Arbeiterklasse nachspürten. Mit seinen präzise beobachteten Farbfotografien holt Peter Granser »Coney Island« in die Gegenwart zurück. Seine Bilder zeigen den morbiden Charme einer verfallenden Kulissenstadt, in deren surrealem Ambiente sich Menschen verschiedenster Herkunft und kultureller Prägung begegnen.
Peter Gransers Bildserien wurden in den vergangenen Jahren mehrfach preisgekrönt und auf Biennalen und Gruppenausstellungen im In- und Ausland präsentiert. In der Kunsthalle Tübingen bietet sich nun erstmals die Gelegenheit, Gransers Werkgruppen »Coney Island«, »Sun City«, »Austria«, »Deutsche Cowboys«, »Elvis Tribute Artists«, »Spuren der Arbeit« und »Alzheimer« im Zusammenhang kennen zu lernen.
Weitere Infos unter http://www.kunsthalle-tuebingen.de
25. April 2006
[mygal=KommenundGehen]Die Jahrestagung der Deutschen Fotografischen Akademie findet vom 28. bis 30. April in der Zehntscheuer in Echterdingen statt. Bildpräsentationen und Vorträge von Mitgliedern und Gästen am Samstag und Sonntag bieten ein Forum zur Auseinandersetzungen über die Möglichkeiten der zeitgenössischen Fotografie.
Mit den Ausstellungen zur Jahrestagung greift die Deutsche Fotografische Akademie das Thema „Kommen und Gehen“ auf, das die Kulturregion Stuttgart für das Jahr 2006 an verschiedenen Orten realisiert.
Die gleichnamige Ausstellung mit Exponaten von Jörg Boström, Kai-Olaf Hesse, David Klammer, Bertram Kober, Eva Mahn, Ulrich Mertens, Luzia Simons sowie Wolfgang Zurborn zeigt vom 30. April bis zum 21. Mai fotografische Interpretationen des Themas im Stadtmuseum Leinfelden-Echterdingen. Die Eröffnung findet am Freitag, den 28. April, um 20 Uhr und wird durch eine Begrüßung des ersten Bürgermeisters Ignac Vamos eingeleitet.
Weitere Infos unter http://www.deutsche-fotografische-akademie.com
25. April 2006
Mit dem neuen Bereich „photokina PictureStories - Bildgeschichten“ bietet die Prophoto GmbH allen Usern die Möglichkeit, zu den vorgegebenen Themen „Liebesgeschichte“, „Mein Superstar“, „Impressionen“, „Blick aus dem Fenster“, „Alltägliches“ und „Phototricks“ drei Aufnahmen im Quer- oder Hochformat einstellen zu können, die eine Geschichte erzählen. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, Kreativität ist gefragt. Wer möchte, kann zudem den eigenen Phototipp formulieren, der beispielsweise auf die Bildgestaltung, Blende, Belichtung eingeht oder Bildbearbeitungsschritte erläutert.
Unter allen Usern, die eine Bildergeschichte auf unserer Seite veröffentlichen, verlost die Prophoto GmbH 55 Eintrittskarten zur photokina 2006 - die vom 26. September bis 1. Oktober in Köln ihre Tore öffnet - und 55 „Blende“-Kalender 2007. Die Auslosung ist am 1. September 2006 und eine Benachrichtigung erfolgt zeitnah. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Bevor es losgehen kann, ist es erforderlich, sich im „Autorenbereich“ zu registrieren. Sofern man möchte, besteht die Option, seine E-Mail-Adresse für andere User zu hinterlegen, damit diese den direkten Kontakt aufnehmen können. Um zu wissen, wo man mit seinen eigenen Aufnahmen steht beziehungsweise wie gut die Bildgeschichte ankommt, gibt es ein Punktesystem von 1 bis 6 (positiv bis negativ). Jeder hat die Möglichkeit, die „photokina PictureStories - Bildgeschichten“ zu bewerten, Fairness wird vorausgesetzt. Die Bewertung hat allerdings keinen Einfluss auf die Verlosung.
Weitere Infos unter http://www.prophoto-online.de
25. April 2006
In dem Kurs „Digitale Fotowelten für Hobbyfotografen“ vom Fachverlag für Computerwissen erfahren Einsteiger und ambitionierte Hobbyfotografen alles, was sie über Digitale Fotografie und die Bildbearbeitung mit Photoshop wissen müssen. In den Rubriken Grundlagen, Fotopraxis, Bildbearbeitung und Workshops wird alles Wichtige zur Digitalfotografie vermittelt, das nicht nur dabei helfen soll, bessere Fotos zu produzieren, sondern auch diese nachträglich in Photoshop zu optimieren.
Es geht um Grundlagen der Kameratechnik, Bildkomposition, um die richtige Kamerabedienung für bestimmte Aufnahmesituationen wie beispielsweise für Porträt-, Landschafts- oder Urlaubsfotografie. Außerdem um das kreative Bearbeiten, Reparieren, Präsentieren und Verwalten Ihrer Fotos. Das alles lernen die Leser in leicht nachvollziehbaren Schritt-für-Schritt-Anleitungen und in aufeinander aufbauenden Ergänzungen, geschrieben von der bekannten Fotografin, Fotodesignerin und Photoshop-Spezialistin Carina Meyer-Broicher.
Wer sofort bestellt, erhält den Band übrigens noch für 24,80 Euro, später kostet das Basiswerk inklusive CD-Rom 34,80 Euro. Infos zum 14-Tage-Gratis-Test sowie ein Bestellformular finden Interessierte unter http://www.computerwissen.de
24. April 2006
Zum ersten Mal gewährt der BND, dessen Mitarbeiter sogar ihre Mobiltelefone mit Kamerafunktion am Einlass abgeben müssen, fotografische Einblicke in die abgeschottete Welt des Nachrichtendienstes. Der renommierte Fotograf Andreas Magdanz, der die großzügige Erlaubnis nach ordentlicher Sicherheitsprüfung erhielt, liefert Stillleben, ohne – das war die Bedingung – Mitarbeiter abzubilden. Von rund 600 Fotos, die Magdanz in Pullach hinter und an den BND-Mauern machte, findet sich ein Fünftel in seinem Fotobuch „BND – Standort Pullach“, das Ende April 2006 für 55 Euro beim Dumont-Verlag erscheint.
Die herabgelassenen Rollladen, Überwachungskameras oder leeren Monitore lassen den Betrachter erst einmal rätseln: Handelt es sich um eine zentrale Leitstelle öffentlicher Verkehrsmittel oder einem Hörsaal einer x-beliebigen Uni? Die stark an die 70er Jahre erinnernden Motive geben letztlich sichtbare Zeichen, dass es sich um ein hochmodernes Informationszentrum handelt. Nicht zuletzt sickert durch, auf welch geschichtsträchtigem Grund die Zentrale des Geheimdienstes baut, wenn neben Teilen der von Nationalsozialisten erbauten Bunkeranlagen eine Villa steht, die einst für Mitarbeiter der NSDAP-Parteikanzlei erbaut wurde und heute dem BND als "Präsidentenhaus" dient.
Resümierend lobt Magdanz: "Ich glaube nicht, dass das woanders auf der Welt so schnell möglich wäre, dass ein Geheimdienst die Türen aufmacht."Im gewissen Maße stimmt das. Zu den bloßstellendsten Motiven gehört daher auch das "Waldhaus" – einst die Schocktherapie für angehende Geheimdienstler. Denn im Inneren der trist wirkenden Baracke trifft der Betrachter auf einen Art Kinosaal, bei dessen Anblick er sich unweigerlich fragt, ob Hildegard Knefs damaliger Skandalfilm aus den 1950er Jahren, "Die Sünderin", gerade erst abgespult wurde. Reihen alter Klappsessel aus Holz dienen als Sitzmöbel, alles in allem stecken geblieben in den 1960er Jahren. Der Saal diente dem BND bis 1995 noch als Ausbildungszentrum…
Weitere Infos unter http://www.bnd-standortpullach.de und http://www.andreasmagdanz.de/
24. April 2006
Seit 2004 schreibt die Europäische Zentralbank (EZB) jedes Jahr einen Fotowettbewerb aus, zu dem sie junge Fotografinnen und Fotografen aus jeweils einem Mitgliedstaat der EU einlädt, einen Blick auf ihr Land zu werfen. Der Gewinner des 1. Preises wird mit dem „ECB Annual Photography Award“ ausgezeichnet. Der Wettbewerb ist Bestandteil der „EUROPA-KULTURTAGE der Europäischen Zentralbank“, die in diesem Jahr Österreich gewidmet sind und in enger Zusammenarbeit mit der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) durchgeführt werden. Das Thema des Wettbewerbs 2006 lautet daher „Austria today“.
Mit dieser Initiative möchte die EZB über die Jahre hinweg eine eindrucksvolle Fotosammlung aufbauen, die nicht nur einen Einblick in das fotografische Schaffen der Künstlerinnen und Künstler der einzelnen Länder gewährt, sondern in ihrer Gesamtheit auch die kulturelle Vielfalt und den Reichtum Europas widerspiegelt – gesehen mit den Augen junger Nachwuchstalente.
Die eingereichten Fotos müssen in Österreich aufgenommen worden sein. Motivische oder inhaltliche Vorgaben oder Beschränkungen gibt es nicht. Allerdings richtet sich der Wettbewerb ausschließlich an Fotografinnen und Fotografen, die im Jahr 1971 oder später geboren sind und entweder die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen oder mindestens seit 1996 in Österreich leben und arbeiten. Einsendeschluss ist der 7. Juli 2006.
Weitere Infos unter http://www.oenb.at
21. April 2006
[mygal=JennyFrenzel]Verträumt, bezaubernd, märchenhaft… die Fotografien von Jenny Frenzel wecken viele fantastische Assoziationen und lassen in Traumwelten abdriften. Seit 1999 beschäftigt sich die Kölner Design-Studentin mit den Schwerpunkten Beauty, Schönheitswahn, People und Portraits. Ihren Stil bezeichnet die 27-jährige unter anderem auch als Illugrafie, da sie häufig grafische Elemente, meist floraler und dekorativer Form, in ihre Phantasiewelten integriert.
„Die Fotografie bietet immer auch die Möglichkeit, Menschen in einer erschaffenen, unrealen Welt darzustellen,“ sagt Jenny Frenzel,“sehr wichtig ist dabei die Inspiration durch die Einzigartigkeit und die individuelle Beziehung zur jeweiligen Person.“ Einen Querschnitt alter und neuer Arbeiten präsentiert sie am 22. April im Gewölbe am Bahnhof Köln-West. Die Ausstellung findet im Rahmen einer Labelreleaseparty des Kölner Labels WIR statt, das unter anderem die Technolegende G-Man aka Gez Varley (WIR / ex LFO) für einen Live-Auftritt verpflichtete. Zudem stellt Oliver Funke von thepixelz seine Kunstwerke aus dem progressiven Lifestylesector vor.
Weitere Infos und Bilder unter http://www.jennyfrenzel.de oder http://picture-shuttle.de
20. April 2006

Ein sehr gutes Photoshop-Tutorial. Auf der Seite von screenz, werden eine Vielzahl von Photoshop-Tutorials angeboten. "Ein Bildschirm-Tutorial zeigt wie schnell man Bilder unter Zuhilfenahme des »Ausbessern-Werkzeugs« in Photoshop manipulieren kann".
http://www.screenz.de/
Das Quicktimevideo starten (ca 14MB)
19. April 2006
Der Europäische Architekturfotografie-Preis wird seit 1995 alle zwei Jahre international ausgelobt. Die 28 besten Bildserien werden seither jeweils in einem Katalog dokumentiert und in einer internationalen Wanderausstellung gezeigt. Bis zum 24. Mai sind die Exponate noch in der vhs photogalerie in Stuttgart zu sehen.
Die kulturelle Bedeutung des Preises legte nahe, ihn einer gemeinnützigen Organisation anzuvertrauen. Deswegen wurde 2003 in der Bundeskunsthalle Bonn der architekturbild e.v. - Verein zur Förderung der fotografisch-künstlerischen Auseinandersetzung mit der gebauten Umwelt - mit Sitz in Stuttgart gegründet. Neben dem Europäischen Architekturfotografie-Preis sollen Förderstipendien vergeben und weitere Architekturfotografie-Preise initiiert werden.
Der mit 5.000 Euro dotierte Europäische Architekturfotografie-Preis 2005 wurde am 2. Mai 2005 in der Bundeskunsthalle in Bonn verliehen, wo auch die Erstausstellung zum Thema „Arbeitsplätze“ stattfand. Insgesamt waren es 337 Arbeiten aus 29 Ländern, die eingereicht wurden, darunter 21 Prozent zum Thema Baustelle sowie viele Serien zum Büroarbeitsplatz (20 Prozent) und zum Thema Industrie (14 Prozent). Neben den Arbeiten der drei Preisträger sind in Stuttgart übrigens auch die besten 25 Bildserien zu sehen.
Weitere Infos unter http://www2.vhs-stuttgart.de/vhs_dasprogramm/vhs_ausstellungen/vhs_photogalerie.html
19. April 2006
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