Monatsarchiv für Mai, 2006
Picture Shuttle präsentiert Handygrafien bei Kölns erstem "Schwarzmarkt", der sich auf handgemachtes Design spezialisiert hat. Am 10. und 11. Juni zeigen Protagonisten aus den Bereichen Mode und Kunst in Piefs Garage ihre aktuellen Arbeiten am eigenen Stand. Ob feste Größe oder frisches Blut ist dabei egal - im Vordergrund steht die Originalität der Exponate und Kleidungsstücke.
Neben einer limitierten Auswahl von Handygrafien, die zum Teil beim Schwarzmarkt erstmals ausgestellt werden, sind auch Fingerfilme von Sabine Klar im Angebot sowie viele Accessoires noch unbekannter Designer aus Köln und Umgebung.
TERMIN: Der Designer-Markt findet im Secondhand-Möbelladen "Piefs Garage" auf der Aachener Straße 66 statt. Samstags ist von 18 bis 1 Uhr geöffnet, am Sonntag von 18 bis 24 Uhr. Weitere Infos unter http://www.schwarzmarkt-handmade.de
31. Mai 2006
Die Helmut Newton Stiftung zeigt ab 4. Juni 2006 mit Helmut Newtons Yellow Press und Playboy Projections weniger bekannte Aspekte seines photographischen Werkes. In einem Katalogvorwort äußerte sich Newton 2002 zum Phänomen der ‚Yellow Press’: „Regenbogen-Journalismus, im späten 19. Jahrhundert geprägt, lebt bis heute als abfälliger Terminus für bestimmte Publikationen weiter. Seit Jahren habe ich Photographien aus der Tagespresse und aus Magazinen ausgeschnitten, insbesondere aus Italienischen, die regelmäßig Paparazzi-Bilder publizieren, und in der Schublade verwahrt. Sie inspirierten mich. Später entwickelte ich eine große Begeisterung für die ‚Vermischten Seiten’. Der legendäre Chefredakteur von Paris Match, Roger Therond, beauftragte mich mehrfach, solche Ereignisse zu photographieren.“
Die „Playboy Projections“ werden im zentralen Ausstellungsraum der Helmut Newton Stiftung in einer black box gezeigt. Newton arbeitete für die weltweit renommiertesten Mode- und Publikumszeitschriften sowie seit den Siebzigerjahren für den „Playboy“. Mit seiner unnachahmlichen Bildsprache hat er auch in diesem Bereich bestehende Tabugrenzen erweitert, jenseits der herkömmlichen Centerfold-Ästhetik.
Neben den beiden neuen Newton-Ausstellungen wird erstmals auch einem anderen Photographen in der Helmut Newton Stiftung ein Forum gegeben: Vera Lehndorff. In den Sechzigerjahren wurde sie unter dem Pseudonym Veruschka zu einer der meistgebuchten und -publizierten Modelle der internationalen Mode. Viele berühmte Photographen haben mit ihr gearbeitet, unter ihnen auch Newton. In den letzten Jahren entstand ein selbstreferentielles Projekt, in dem sie – gemeinsam mit dem Photographen Andreas Hubertus Ilse in New York – als Veruschka und in verschiedenen anderen Rollen vor der Kamera agiert hat. Die aktuelle Ausstellung zeigt die Künstlerin in ausgefallenen Kostümen, die eigens für sie angefertigt wurden, als Bettlerin und Punkerin oder in einem Geschlechtertausch als männlichen Intellektuellen oder afro-amerikanischen Präsidenten.
Weitere Infos unter http://www.helmut-newton.de
30. Mai 2006
Poetische schwarz-weiß Impressionen der 50er und 60er Jahre sowie schrille Farbaufnahmen aus den letzten Jahrzehnten sind die persönliche Liebeserklärung der Photographin Dorothy Bohm an die bis heute unumstrittene Hauptstadt der Sinne: an Paris. Noch bis zum 9. Juli ist ihre Serie „Un Amour de Paris“ im verborgenen Museum des „Dokumentation der Kunst von Frauen e.V.“ in Berlin zu sehen.
Dorothy Bohm, 1924 als Dorothea Israelit in Königsberg geboren, hat ihr Leben retten können durch den beherzten Entschluß ihres Vaters, sie mit knapp fünfzehn Jahren vor der nationalsozialistischen Verfolgung alleine nach England zu schicken. Nach dem Studium der Photographie am College of Technology in Manchester macht sie ihre praktischen Erfahrungen in dem klassischen Portraitatelier Samuel Cooper und eröffnet 1946 ihr eigenes Studio „Alexander“. Die freie künstlerische Photographie aber reizt sie auf Dauer mehr: Stadtlandschaften und Stilleben werden ihre bevorzugten Sujets, die sie besonders auf ihren ausgedehnten Reisen findet. Zudem ist Dorothy Bohm auch eine Pionierin und Streiterin für das öffentliche Ansehen und die künstlerische Bedeutung der Photographie. In London gründet sie 1971 zusammen mit Sue Davies “The Photographer’s Gallery“, die erste britische Galerie, die ausschließlich Photographie präsentiert und bis heute ihre Bedeutung behalten hat.
Von London aus kommt sie in der Welt herum, führte mit den Kollegen André Kertész, Bill Brandt, Arnold Newman einen regen Austausch. Dorothy Bohm tritt 1969 mit der Ausstellung “People at Peace“ im Institute of Contemporary Arts in London erstmals mit ihren Photographien an die Öffentlichkeit, im Kontext mit den Kollegen Don McCullin, Tony Ray-Jones und Enzo Ragazzini. Sie zählt neben Bill Brandt und Ida Kar, Don McCullin, David Baily, aber auch Jo Spence, zu den wichtigsten ihrer Zunft in Großbritannien seit 1945.
Zeitweilig lebte sie in Paris und fühlte sich von der Stadt, den Künstlerkreisen und der Kultur immer wieder angezogen. Ihre Pariser Aufnahmen, die seit ihrem ersten Aufenthalt 1947 entstanden sind, vermitteln ihre Zuneigung zu dieser Stadt, besonders die schwarz-weiß Aufnahmen der 1950er und 1960er Jahre zeigen Paris mit seinem typisch französischen Flair, dem Montmartre, den Seine – Angler, den Bouquinisten. Ihre Farbphotographien dagegen - seit Mitte der 1980er Jahre arbeitet Dorothy Bohm ausschließlich mit Farbe - sprechen die Sprache der krassen Modernisierung der Stadt. Schaufenster, Plakatwände und Grafitti haben wieder Konjunktur und Dorothy Bohm nobilitiert sie zum Ornament der Großstadtstraße.
Eine Auswahl von 156 Paris-Aufnahmen wurden im letzten Jahr im Musée Carnavalet – Histoire de Paris ausgestellt. Das Verborgene Museum zeigt nun eine Auswahl dieser Aufnahmen in Berlin und stellt damit die Photographin zum ersten Mal in Deutschland vor.
Weitere Infos unter http://www.dasverborgenemuseum.de
30. Mai 2006
Bis zum 31. Juni besteht noch die Möglichkeit, auf dem Picture Shuttle Magazin eine Tasche mit eigenem Bildmotiv zu gewinnen! Sponsor des individuellen Umhänge-Designerstücks ist der Internetshop Meinefototasche.de. In der Endauswahl sind bereits oben stehende Motive, die gerne von allen Lesern kommentiert werden dürfen. Wer ein weiteres Motiv einsendet, hat die Möglichkeit, noch bei der Endausscheidung dabei zu sein.
Einfach auf www.meinefototasche.de surfen, ein passendes Modell aussuchen und gemeinsam mit seinem Lieblingsmotiv bis zum 31. Mai an Picture Shuttle senden. Stichwort: create your bag. Der Teilnehmer mit dem besten Bildvorschlag gewinnt die Produktion seiner individuellen Tasche!
Zur Auswahl stehen fünf verschiedene Taschenmodelle und drei hochwertige Materialien von Leinen bis Lack in insgesamt 15 verschiedene Farben. Die Druckqualität der Bilder, die Materialien und Accessoires sind absolut hochwertig und nicht zu vergleichen mit einer Planentasche.
Weitere Infos zur Verlosung unter diesem Link…
29. Mai 2006

VERLOSUNG Flaschen können auch fünfzig Jahre nach den Stilleben der "subjektiven Fotografie" wieder zu ungeahnten Ehren kommen, schreibt Monochrom über die neueste Errungenschaft im Sortiment. Denn egal ob voll oder leer - eine Flasche kann auch ein Stativ sein. Der Fotograf muss nur sein Flaschendeckelstativ, einen kleinen Gummistopfen für 14 Euro, auf eine Flasche stecken und schon kann er das 1/4" Stativgewinde zur Befestigung seiner Kamera nutzen.
Je schwerer die Kamera ist, desto weniger sollte zuvor daraus getrunken haben. Wegen der Stabilität. Und die geht beim Menschen bei vielen Getränken ja auch zurück. Das erste Stativ, auf das es Pfand gibt. Nur besagten Gummistopfen sollte man vor der Flaschenrückgabe wieder abmachen.
Picture Shuttle und Monochrom verlosen ein Flaschendeckelstativ! Einfach E-Mail mit dem Stichwort "Du Flasche!" bis zum 23. Juni an Picture Shuttle senden.
Weitere Infos unter http://www.monochrom.de
27. Mai 2006
Bis zum 31. Juli 2006 veranstaltet der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, kurz VDV, erstmalig einen bundesweiten Fotowettbewerb. Das Motto lautet „Perspektivwechsel – Deutschland entdecken mit Bus und Bahn. Fahrgäste und Fotofans sind aufgerufen, ihre Lieblingsmotive in Verbindung mit Bus und Bahn zu fotografieren und einzusenden.
Mit den Ergebnissen soll gezeigt werden, was man in Deutschland mit Bus und Bahn zu sehen bekommt. „Ob auf Sylt oder auf dem Weg zur Zugspitze – auf der Reise ziehen unendlich viele Postkartenmotive und touristische Attraktionen vorbei. Wir wollen, dass unsere Fahrgäste ihre schönsten Ausblicke, Stationen oder Strecken fotografieren und mit den Ergebnissen zeigen, wie attraktiv das Reisen mit Bus und Bahn in Deutschland ist“, sagt Günter Elste, Präsident des VDV.
Auf der Jagd nach Motiven sind den Fahrgästen in den vier Kategorien schönster Bahnhof, schönste Nahverkehrsstrecke, schönstes Ausflugsziel und schönstes Verkehrsmittel. so gut wie keine Grenzen gesetzt. Grundsätzlich gilt: Die gewählten Motive sollen mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar sein und das Verkehrsmittel muss im Bild auftauchen. Bis zum 31. Juli 2006 ist Zeit, um in einer oder mehreren Kategorien mitzumachen. Die Sieger erhalten Wochenendreisen innerhalb Deutschlands. Dafür treten die Teilnehmer allerdings mit den Teilnahmebedingungen alle Rechte ab: “Hiermit erkläre ich, dass der VDV das von mir eingesendete Bild kostenfrei für seine Zwecke und die seiner Kooperationspartner verwenden darf.“
Weitere Infos unter http://www.deutschland-bleibt-mobil.de/Themen/Fotowettbewerb
26. Mai 2006
Verrückter Drucker-Service für Computerlose: Das kalifornische Start-up-Unternehmen Presto wurde 2004 gegründet, um Familien zu ermöglichen, auch ohne Computer in Kontakt zu bleiben und beispielsweise Fotos oder Mails auszutauschen. Der Service von Presto besteht dabei darin, unabhängig von einer Internetverbindung, digitale Daten an der Telefondose empfangen - und printen zu können.
Alles was dazu gebraucht wird, ist ein Standard-Drucker von HP, den man an die TAE-Steckdose des Telefons klemmt. Der Drucker hat Software gespeichert, die auf eine Online-Mailbox zugreift, die von dem Presto-Service verwaltet wird.
„Das Presto- Angebot erlaubt jedem – von den Großeltern bis hin zu Freunden aus der Ferne - unabhängig vom technischen Know-How Fotos auszutauschen und miteinander zu kommunizieren,“ sagt Mohan Garde, Vize-Präsident von HP.
Im Herbst 2006 soll der Presto-Service inklusive Drucker auf den Markt kommen. Der Nutzer des Service muss den Drucker kaufen, zusätzlich wird eine monatliche oder jährliche Servicegebühr fällig. Allerdings steht noch nicht fest, wie hoch diese genau sein wird.
Weitere Infos unter http://www.presto.com
26. Mai 2006
[mygal=BassengeAuktion]Beinahe 400 Lose kommen in der Frühjahrsauktion Photographie am 31. Mai bei Bassenge in Berlin zum Aufruf. Die Auswahl repräsentiert die gesamte Photogeschichte – diesmal von William Henry Fox Talbot bis hin zu Gregory Crewdson und vielen anderen. Neben Highlights des 19. Jahrhunderts finden interessierte Sammler in der Abteilung 20. Jahrhundert wieder eine reiche Auswahl schöner Abzüge fast aller großen und bekannten Namen.
Von den Bechers gibt es eine Typologie von 16 Hochöfen als Lichtdruck (750 Euro). Das gesuchte Doppelporträt von Beuys und Andy Warhol aus der Edition Zoa in 50 Exemplaren wird mit 2000 Euro aufgerufen. Von Henri Cartier-Bresson kann man gleich drei preiswerte Abzüge ersteigern, darunter eine schöne Jahrmarktszene, (Frankreich 1950 ) für 1200 Euro. „Production Still (Clover Street #2)” ist eine Nachtaufnahme (C-print ) von Gregory Crewdson betitelt und kostet 3000 Euro. Die Kantine des Hamburger Spiegel-Büros hat Candida Höfer im Jahre 2000 aufgenommen und davon einen sehr farbintensiven C-Print in einer Auflage von 100 Exemplaren gefertigt (2500 Euro). Leni Riefenstahls Blick in das dynamische Bogensegment eines Sportstadions atmet in einem raren Vintage-Abzug von circa 1930 noch ganz den Geist der zwanziger Jahre (2000 Euro).
Als weitere Photographen des zwanzigsten Jahrhunderts sind mit ihren Werken vertreten: Cecil Beaton, Robert und Cornell Capa, Jewgeni Chaldej, Anton Corbijn, Frantisek Drtikol, Alfred Eisenstaedt, Hugo Erfurth, Larry Fink, J. Foncuberta, Leonard Freed, R. Gibson, F.C. Gundlach, Robert Häusser, Raoul Hausmann, Heinrich Heidersberger, Konrad Helbig, Peter Keetman, Horst P. Horst, Fritz Henle, Edmund Kesting, Rudolf Koppitz, Adolf und Franz Lazi, Digne Meller-Marcovic, Albert Renger-Patzsch, Sasha Stone, Jan Saudek, Gundula Schulze Eldowy, Edward Steichen, Louis Stettner, Sasha Stone, Paul Strand, Josef Sudek, Maurice Tabard, Herbert Tobias, André Villers, Weegee, Brett Weston, Paul Woolf und George S. Zimbel.
Eine Vorbesichtigung ist seit dem 18. Mai in der Rankestr. 24 in Berlin möglich. Die Auktion findet am 31. Mai in der Erdener Str. 5a in Berlin statt und startet um 15 Uhr.
Weitere Infos unter http://www.bassenge.com
21. Mai 2006
“Tatsachen sind so wunderbar an die Stelle von Vermutungen getreten” äußerte Gustave Flaubert anläßlich seiner Orientreise, nachdem er 1849 in Ägypten angekommen war. Tatsachen sind am 16. Dezember 2005 auch in Köln an die Stelle von Wünschen und Hoffnungen getreten, denn fast genau zwanzig Jahre nachdem die Sammlung Agfa Foto-Historama der Stadt Köln als Leihgabe überlassen wurde, konnte der Vertrag zum Ankauf der Sammlung nunmehr unterzeichnet werden. Die Sammlung des Agfa-Photo-Historama ist die älteste Sammlung zur Kulturgeschichte der Fotografie im deutschsprachigen Raum. Erstmals wird vom 20. Mai bis zum 13. August 2006 ein umfassender repräsentativer Überblick der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die Sammlung, die nationales Kulturgut der Bundesrepublik Deutschland ist, enthält unter anderem die frühesten Daguerrotypien aus Berlin, Alben die einstmals Alexander von Humboldt gehörten, Inkunabeln der Fotografie von D.O. Hill und R. Adamson, über 300 Porträts von Hugo Erfurth und eine der berühmten Stammmappen von August Sander.
Das Museum Ludwig verfügt nunmehr mit der Sammlung Agfa, der Sammlung L. Fritz Gruber, der Sammlung Robert Lebeck, den Fotografien, die Peter und Irene Ludwig hinzufügten sowie den jüngsten Neuerwerbungen europaweit über eine der größten und bedeutendsten Sammlungen zur Kunst- und Kulturgeschichte der Fotografie.
Weitere Infos unter http://www.museenkoeln.de
20. Mai 2006
[mygal=RobertDavies]Fußball ist eine internationale Sprache der besonderen Art. Wer sie beherrscht, genießt Ansehen in der Welt. Davon berichten vom 20. Mai bis zum 19. in allen Lumas-Galerien Juli Bill Brandt, Robert Davies, Jens Schwarz, Nicola Schudy, David Steets und Stephan Zirwes. So sehr sich der Standpunkt der sechs Künstler auch um Distanz bemüht, der Faszination dieses Massenphänomens vermögen sie sich nicht zu entziehen. Ihr Blick kündet von Neugier auf die Kräfte, die da wirken. Und so unterschiedlich die Positionen auch sein mögen, sie erzählen doch alle ihre Geschichten vom Fieber des Fußballs, den Exzessen und Brutalitäten, aber auch den Träumen von Heimat, Jugend, Erfolg und Freundschaft, die für immer untrennbar mit ihm verknüpft sein werden.
Robert Davies: Highlights aus 17 WM-Spielen
Robert Davies, geboren 1964 in Birmingham. Nachdem er 1993 am Royal College in London seinen Master of Arts machte, fasziniert ihn die Vorstellung dass eine Milliarde Menschen vor den Fernsehapparaten ein Fußball-WM-Spiel verfolgen. Diesem Phänomen kollektiver Beobachtung und Gleichschaltung nachzuspüren zeigt die Serie „Epiphany“. Was wir auf seien Videostills sehen sind nationale Schicksalsmomente, Glanzszenen und Torschüsse moderner Helden.
Bill Brandt: Football In Street
Ende der 20er Jahre kam der Brite Bill Brandt (1904-1983) nach Paris. Nach einer kurzzeitigen Assistenz bei Man Ray schlug er im Umfeld der Surrealisten bald eigene Wege ein. "Fotografie ist noch immer ein sehr neues Medium und man muss alles versuchen und wagen”, konstatierte er. „Fotografie hat keine Regeln, sie ist kein Sport.” Brandts verzerrte, skulpturale Akte, seine Städtebilder und Dokumentationen der britischen Mittel- und Oberschicht gaben der surrealen Fotografie neue Impulse und verfehlten nicht ihre Wirkung auf die kommende Generation der Subjektiven Fotografie, die nach dem zweiten Weltkrieg vor allem in Deutschland den Ton angeben sollte.
Stephan Zirwes: Fussball aus der Vogelperspektive
Stephan Zirwes erfasst Spielfelder aus der Vogelperspektive. Das Oben und Unten verliert dabei an Relevanz und die über den Platz versprengten Fußballer erscheinen wie Sternbild-Konstellationen an einem Nachthimmel. Die Distanz nimmt dem Geschehen die gewohnte Emotion, ersetzt Dramatik durch Ästhetik. Die Fußballplätze, die er aus dem Hubschrauber abgelichtet hat, liefern einen einzigartigen formalen Reiz: Spieler werden zu Punkten, die an eine Partitur erinnern können. Als feine Choreografien zeigen die Bilder von Jens Schwarz nicht nur die Spielorte, sonder auch die Spielregeln, nach denen auf dem Platz und im Leben miteinander und gegeneinander angetreten wird.
Nicola Schudy: Spielfelder des Lebens
Die Bühnen unseres täglichen Miteinanders haben viele Gesichter. Geduldig warten sie darauf, dass wir sie betreten und mit Leben füllen. Ob Plätze, Brücken, Terrassen oder Fußballfelder, jeder Ort fordert seine eigenen Regeln. Nicola Schudy erforscht mit Vorliebe Orte, die sich unserer allgemeinen Aufmerksamkeit entziehen: ländliche Fußballfelder und urbanes Brachland. Sie inszeniert diese architektonischen Phänomene als Projektionsflächen für Assoziationen und Gedanken und verknüpft sie mit Fragen nach Heimat und
Jens Schwarz: Spielorte - Campo 07
Jens Schwarz, 1968 geboren in Potsdam, hat ein facettenreiches Werk zwischen Dokumentation und Installation kreiert.In der Serie „Spielorte“ ist der Platz das Universum und die Welt der Fußball, besser gesagt, der Amateurfußball. Die Bolzplätze liegen eingebettet ins landschaftliche wie gesellschaftliche Umfeld und sind soziale Bezugspunkte, Orte der Kommunikation und Interaktion.
David Steets: Nachts an der Copacabana
David Steets sieht sich als Geschichtenerzähler. Er berichtet von Menschen überall auf der Welt und von ihren Versuchen, sich ihr Leben einzurichten und ihre Umgebung zu gestalten. Mit der Kamera nähert er sich ihnen an und erforscht sie. „Night Soccer“ erzählt von Begeisterung und Improvisationskunst und von der Mentalität eines Landes, in dem sich die Lust am Spiel mit dem Traum verbindet, durch den Fußball reich und berühmt zu werden. Fußball ist wohl die einzige Chance dieser Jungs, einmal die Welt bereisen zu können und vielleicht irgendwo im Blitzlichtgewitter der Medien zu stehen.
Weitere Infos unter http://www.lumas.de
19. Mai 2006
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