Die Kunst Deutscher zu sein
[mygal=DieKunstDeutsch]Was sind eigentlich deutsche Tugenden? Was verbindet mich mit anderen Deutschen? Welches Bild haben andere Nationen von uns? Was ist typisch deutsch und wann ist man ein/e Deutsche/r? 28 Studierende des Fachbereichs Fotodesign an der Fachhochschule Dortmund haben sich ein Semester lang mit diesen und ähnlichen Fragen auseinandergesetzt, um herauszufinden, was es für eine junge Generation heute noch bedeutet, Deutscher zu sein. Bis zum 8.9. ist die Ausstellung noch in der Kommunalen Fotogalerie Berlin-Friedrichshain zu sehen.
Bei den 7. Internationalen Fototagen in Mannheim war die Ausstellung der FH Dortmund einer der meist beachteten Beiträge junger zeitgenössischer Fotografie. Intensive Recherchen, Umfragen und Diskussionen gingen der künstlerischen Arbeit voraus, bei der sich die Fotografen dem Thema von ganz verschiedenen Seiten näherten. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage nach der Identität des Einzelnen in Bezug auf Nationalität und Geschichte, aber auch im Hinblick auf Vorurteile und Klischees.
Angefangen von Verallgemeinerungen wie “typisch deutsch” über die komplette Negierung der nationalen Zugehörigkeit wie “ich bin nicht deutsch, ich bin ich” kamen im Laufe der Recherche auch die leiseren und differenzierteren Töne zum Vorschein. Und mit differenziertem Blick - streng dokumentarisch oder emotional berührt, nachdenklich oder provokativ und nicht zuletzt mit viel Witz und Ironie - betrachten die jungen Fotografen die Deutschen und ihre typischen Probleme mit der eigenen Identität.
Deutsche Ausländer und ihr Leben zwischen zwei Kulturen sind zentrale Themen in der Ausstellung. Das Selbstverständnis und die Zerrissenheit einer jungen Generation Deutscher, deren Eltern oder Großeltern als Gastarbeiter ins Land gekommen waren, werden auf vielfältige Weise ins Bild gesetzt. Und natürlich interessiert auch die Frage „Wie sehen uns unsere europäischen Nachbarn?“ Mit einem Augenzwinkern werden die vermeintlich deutschen Tugenden wie Ordnung, Fleiß und Pünktlichkeit behandelt oder das Phänomen der Unübersetzbarkeit von Begriffen wie „Gemütlichkeit“ oder „Weltschmerz“. Die Bierkultur wird aufs Korn genommen und natürlich bekommen auch die deutsche Küche und typische Essgewohnheiten ihr Fett weg …
Weitere Infos unter http://www.diekunstdeutscherzusein.de
jetzt kommentieren? 01. August 2006