Tagesarchiv für den 24. September 2006

Gruppenausstellung: Raumordnung

Le-moment-supreme.jpgVom 27. September bis 13. Oktober 2006 zeigen vier Kölner Fotografen im Rahmen der Photoszene Köln aktuelle Arbeiten zum Thema “Raumordnung”. Die Ausstellung findet im Bundesverband Bildender Künstler statt.

MANUEL SCHROEDER
„Le moment supreme“, 50*75 cm, Ultrachrome Inkjet auf Hahnemühle Photo Rag Papier, 2006

Seit Beginn der künstlerischen Tätigkeit konzentriert sich die Arbeit des Kölner Fotografen und Künstlers Manuel Schroeder auf Erscheinungsformen urbanen Lebens. Schwerpunkt dieser Arbeit ist die Darstellung subtiler Botschaften und Konflikte in der selbsterschaffenen und konstruierten Welt des Menschen. Die als Stilmittel prinzipiell nicht inszenierte Bildszene zeigt die jeweils authentische Situation, stellt sozialen und architektonischen Kontext in Bezug zu künstlerischer Wahrnehmung des jeweils komplexen Augenblickes. Es ist der nicht wiederholbare, absolute Moment der Realität in offener Darstellung.

DOROTHEA HÖLZER
aus der Serie „Zeitspuren“, 70*100 cm, Farbfotografie, 2005

Geboren in Bonn-Bad Godesberg, lebt und arbeitet die Fotografin Dorothea Höluzer in Köln und Südfrankreich. Von 1977 bis 1993 arbeitete sie mit Hansjürgen Hölzer zusammen. Die symbiotische Beziehung verändert sich 1993 mit dem Tod von Hansjürgen Hölzer. 1995 beginnt sie mit neuen Arbeiten und bereist Europa, Nordafrika, UDSSR, Nordindien, USA, China, Seychellen, Thailand und Indonesien.
… ich träume. ich träume viel. Die Ideen zu meinen Arbeiten entstehen meist während langer einsamer Autofahrten. Später im Atelier verarbeite ich intensiv Erlebtes mit Fotografiertem. Themen sind immer wieder Liebe – LebenTod – Trauer über den Hass auf unserer Erde. Die hier gezeigten Arbeiten sind Teil einer neuen Serie: Vor zwei Jahren bat mich ein Architekt, die Sanierung eines Fabrikgebäudes von 1890 in Köln fotografisch zu begleiten. Was ich fand, war Verzauberung – war Poesie – Abschied, Schmerz, Begegnung, Abenteuer, Finden, Berührung, Zartheit, Zukunft – waren vollendete Bilder … (Dorothea Hölzer)

IRENA PASKALI
aus der Serie: „Urban Landscapes“, 50 * 200 cm, Digitalphoto mit Panoramakamera, 2005,

Irena Paskali, geboren 1969 in Makedonien, stellt Stadtbilder in außergewöhnlichen Größendimensionen vor, die mit dem Faktor Zeit spielen. Dabei experimentiert sie mit einer Panoramakamera. Sie absolviert z. Zt. an
der Kunsthochschule für Medien Köln ein Postgraduiertenstudium.

ANDREAS MACHANEK
„Doppelhaushälften 56-54“, 60*80 cm, digitaler Print, 2006

Der Fotograf und Künstler Andreas Machanek, geboren 1970 in Kassel, Studium an der FH Köln im Fachbereich Photoingenieurwesen, 1998 Diplom, lebt in Köln und arbeitet für Printmedien und Fernsehen. Im Rahmen seiner freien Projekte beschäftigt er sich schon länger mit Vorstädten, deren Bebauung mal als serielles Architekturkonzept, mal als gewachsenes und mitunter kontrastierendes Wohnensemble erscheint. Dabei ist Andreas Machanek eher zufällig auf den in den 1930er-Jahren erbauten Kölner Stadtteil Vogelsang mit seinem Siedlungscharakter gestoßen und machte dort sein erstes Bild eines Doppelhauses.
„Man spricht von einem Doppelhaus, wenn zwei Häuser auf zwei benachbarten Grundstücken an der Grundstücksgrenze aneinander gebaut sind. Die beiden Hälften sind sehr ähnlich gestaltet, häufig mit spiegelsymmetrischer Fassadengestaltung und Grundriss. Somit erscheint ein typisches Doppelhaus als ein einziges symmetrisches Haus mit zwei separaten Eingängen.“ (http://doppelhaus.know-library.net/)
Im Sinne dieser kurzen Definition sucht und fotografiert Andreas Machanek atypische Doppelhäuser. Seine Serie zeigt nicht nur Kombinationen zum Teil sehr unterschiedlich gestalteter Hälften, auch die eigentliche Hausform ergibt sich erst im Zusammenwirken zweier Doppelhaushälften. Dabei scheint ihre Gestaltung oft wie ein Spiegelbild der Vorstellungen, Wünsche und Möglichkeiten der jeweiligen Besitzer und Sinnbild einer Suche nach Individualität, vielleicht auch gerade in Abgrenzung zu benachbarten Außendarstellungen. Zugleich richtet sich das Interesse des Künstlers auf den Aspekt der Zufälligkeit, in der nicht selten zwei eigentlich fremde Hälften und Stile aufeinander treffen und ein Ganzes ergeben, das wiederum mehr aussagt als die Summe der einzelnen Teile.Zuletzt wurden sechs Fotografien der „Doppelhaushälften“-Serie im November 2005 im Rahmen der Ausstellung „KölnKunst 7“ gezeigt. Jeweils unter konstanten Aufnahmebedingungen fotografiert und bei sich wiederholender Bildaufteilung, wirken die Fotografien der Doppelhäuser trotz unterschiedlichster Gestaltung der Fassaden, Gärten, etc. nicht ausschließlich divergent, sondern darüber hinaus oft ebenso komisch wie uniform. Zu der Ausstellung erschien ein Katalog. Im Jahr 2006 folgte eine Veröffentlichung mit Bildern der Serie im Kölner Stadtanzeiger: „Tür an Tür. Vom Leben in der Doppelhaushälfte“.

Weitere Infos unter http://www.bbk-koeln.de oder http://www.photoszene.de

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