Monatsarchiv für September, 2006

Solar und Photeur.net präsentieren vom 14. September bis 14. November 2006 eine Auswahl zeitgenössischer rumänischer Photographie im Éntree des S O L A R Berlin. Die Ausstellung trägt den Titel *Heaven and Hell.
Auf den Betonpfeilern und -wänden der Galerie des hallenartigen Éntrees gibt der Photograph Cosmin Bumbut (sprich: Bumbutz) einen in grünliches Neonlicht getauchten Einblick in die Gefängniswelt von Aiud, einem Ort, dessen Nennung in Rumänien Gänsehaut erzeugt. Sein Fokus liegt auf den tätowierten Oberarmen und Brustpartien der Inhaftierten, auf deren Narben und sprechenden Gesichtern - Schwerverbrecher, die ihre Sehnsüchte auf der Haut zur Schau tragen und dabei erstaunen: Manch einer der Männer wirkt symphatisch, gebrochen wird das Gangsterimage von den liebevoll-naiven Darstellungen, Umschreibungen der Geliebten, der mit ihr verbundenen Gefühle, der Freiheit.
Mirela Bratu steuert dem Szenario drei Frauenbilder bei, im gleichen quadratischen Grossformat photographiert stehen diese kontrapunktierend neben den Mannsbildern, bilden das Ziel der eingekerkerten Sehnsüchte ab. Sie hat einen genauen Blick für die scheuen Reize einer ihrer besten Freundinnen und spielt mit diesen in nonchalanter Art.
*Heaven and Hell zeigt nur einen kleinen Ausschnitt aus der südländisch- lebendigen Photoszene Rumäniens, einem Land das mit Riesenschritten auf uns zustrebt, dennoch vielen kaum bekannt ist. Durch die Ausstellung soll diesem Misstand auf unterhaltsame Art ein Stück weit abgeholfen werden.
Cosmin Bumbut
Cosmin Bumbut hat sich einen Namen gemacht in der rumänischen Photo-Kunstszene, seine Bilder sind in den wichtigsten Printmedien zu finden, sie prägen Anzeigen und Modestrecken. Er zeichnet als Autor für eine Anzahl Bildbände, die seine umfangreichen künstlerischen Projekte zusammenfassen. Er wurde in Baia Mare im Norden Rumäniens geboren und zog vor 14 Jahren in die Metropole Bukarest und schloss dort die Film- und Theaterakademie, Fachbereich Film und Photographie, mit Bravour ab. Bumbuts Name wurde mit der Zeit eine Marke, er ist einer der Ausnahmeerscheinungen unter den Photographen dort im Südosten Europas, er verbindet kommerziellen Erfolg mit künstlerischer Anerkennung. 2002 wurde er zum besten Modephotographen Rumäniens gewählt, sein Bildband „Transit“ wurde 2003 zum Kunstbuch des Jahres gewählt, sein Werk wurde in den letzten 2 Jahren in 5 Einzelaustellungen in Rumänien und anderen europäischen Ländern gewürdigt.
Mirela Bratu
Die 1978 in Bukarest geborene Fotografin Mirela Bratu ist ausgebildete Journalistin und begann mit der Fotografie während ihres Studiums. Sie gewann den zweiten Platz bei einem vom Playboy Rumänien veranstalteten Fotowettbewerb und widmet sich seitdem fast ausschließlich der erotischen Fotografie. Sie arbeitet als freie Fotografin in Rumänien und hatte im Jahr 2002 neben diverser Veröffentlichungen (u.a. Stern, Deutschland) ihre erste Ausstellung im Goethe-Institut in Bukarest.
Weitere Infos unter http://www.photeur.net
11. September 2006
[mygal=ShomeiTomatsu]Vom 2. September bis 19. November 2006 zeigt das Fotomuseum Winterthur (Halle und Galerie) Fotografien von Shomei Tomatsu. „Haut einer Nation“ weist auf all die Oberflächen hin, auf Gesichter, Kleider, Böden, die zusammen wie eine Landkarte über die Befindlichkeit Japans Auskunft geben.
Shomei Tomatsu, 1930 geboren, während des Militärregimes im 2. Weltkrieg aufgewachsen, gehört zur „glaubenslosen“ Generation, wie er selbst es formuliert hat, zur Generation, die Japans schockartigen Wechsel aus einer geschlossenen in eine offene Gesellschaft miterlebt hat. Seine ersten Bilder in den fünfziger Jahren galten dem verarmten Leben im Nachkriegsjapan, den verwundeten Soldaten, Töpfern, von Überschwemmungen betroffenen Bauern, den Schülern und Studenten armer Bevölkerungsschichten. Ende der fünfziger Jahre begründete er die Fotoagentur „Vivo“ mit Kikuji Kawada, Eikoh Hosoe und anderen. In den sechziger Jahren wurde er zum wichtigsten und einflussreichsten Nachkriegsfotografen. Seine Freunde in anderen Medien waren der Filmemacher Nagisa Oshima, der Theaterdirektor Shuji Terayama, der Butoh-Tänzer Tatsumi Hijikata und der Schriftsteller Kobo Abe.
Diese erste grosse Retrospektive außerhalb Japans ermöglicht einen umfassenden Überblick über das Werk von Shomei Tomatsu, seine Position innerhalb der japanischen NachkriegsAvantgarde und seine zentrale Rolle in der Entwicklung der modernen japanischen Fotografie. Die Ausstellung zeigt mit ihren rund 260 Fotografien alle wesentlichen Werkgruppen, zum Beispiel "Nagasaki 11.02", das erschütternde Essay über die Auswirkungen der Atombombe, über das Leben der Überlebenden oder „Chewing Gum and Chocolate“, sein erster Versuch, die tiefgreifende Amerikanisierung Japans nach dem Krieg – mit dem grossen Zwist zwischen der militärischen Bedrohung und der kulturellen Anziehung, der Verführung durch den Hollywood-Glamour – in fotografische Bilder zu fassen. Shomei Tomatsu führt vom alten, traditionellen Japan hinein in das Japan des wirtschaftlichen Erfolgs und zeigt uns die Auswirkungen dieser wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Veränderungen. Mit seiner Haltung, seinem dokumentarisch unterlegten, lyrisch-symbolischen Blick beeinflusste er Generationen von japanischen Fotografen. Er ist der Vater der modernen japanischen Fotografie und hat Nobuyoshi Araki und Daido Moriyama genauso geprägt wie später Seiichi Furuya, Takashi Homma und Yoshiko Seino – alles FotografInnen, die im Fotomuseum Winterthur früher schon vorgestellt worden und in seiner Sammlung vertreten sind.
Die Ausstellung wurde vom San Francisco Museum of Modern Art und der Japan Society, New York, zusammengestellt. Kuratoren sind Sandra S. Phillips und Leon Rubinfien.
Zur Ausstellung ist eine Publikation erschienen mit Texten von Leo Rubinfien, Sandra S. Phillips und John W. Dower sowie einem Vorwort von Daido Moriyama. 224 Seiten, 131 Duplex- und 28 Farbabbildungen, Format 24 x 26,5 cm, Hardcover mit Schutzumschlag, inkl. Beiheft mit deutscher Übersetzung. Ausstellungspreis: CHF 59.-
Das Symposium „Japanische Nacht - Fotografie und Lifestyle in Japan von 1945 bis heute“ findet am Freitag, 27. Oktober 2006 von 18 bis 24 Uhr statt.
Weitere Infos unter http://www.fotomuseum.ch
10. September 2006
Das digitale Auge ist immer dabei, doch wohin mit all den Fotos? PIKSO macht aus der Bilderflut ein Memo-Spiel – analog und digital. Schnell und einfach können dabei eigene Digitalfotos zu individuellen Memo-Karten verarbeitet werden. Der Spielesatz enthält alles, was es für das schnelle Selbermachen braucht: die Software zur einfachen Bildbearbeitung und Ausschnittsuche eigener Fotos, 66 Blanko-Spielsteine und High Quality Fotobögen mit insgesamt 72 Aufklebern – Geschenkverpackung inklusive.
Das neue Spiel aus dem Berliner WENNDENN Spieleverlag bietet allerdings noch mehr: Wem das traditionelle Kartenlegen zu langweilig ist, der kann mit einem Mausklick aus den digitalen Bildmotiven sein eigenes Computerspiel basteln. Als Weltneuheit bringt PIKSO das individuelle Memo-Spiel auf den Bildschirm – ruckzuck per Mail verschickt an alle, die mitspielen dürfen.
In der PIKSO-Community unter pikso.de erhalten Interessierte zudem kostenlos Anregungen und Bildmotive. Außerdem können auch eigene Bilder und Spiele veröffentlicht werden.
Ein PIKSO Baukasten enthält 1 CD-Rom mit PIKSO-Software und Flashplayer, 72 abziehbare Aufkleber aus High Quality Fotopapier, 66 beklebbare Blankospielsteine, 1 Geschenkkartonage und 1 Bedienungsanleitung. Der Preis liegt bei 30 Euro. Systemvoraussetzung: Windows 98, NT, 2000 und XP.
Weitere Infos unter http://www.pikso.de
09. September 2006
Im Rahmen des Projekts „After Cage – 24 Sammlungen in Bewegung“ stellt der Neue Aachener Kunstverein noch bis zum 5. November des in Berlin lebenden chilenischen Künstlers Pablo Zuleta Zahr aus.
Das Casino Social ist der Ort, an dem soziale Konstellationen, die aus subjektiven Einschätzungen und persönlichen Motiven bestehen, in die große Rotation des Lebens eingebunden werden. Alle Handlungen sind in ein Netz mathematischer Strukturen eingesponnen und verdeutlichen so das Wirken des Zufalls auf eine Welt, deren Wahrnehmung in newtonscher Tradition kausal und sinnerfüllt sein sollte, dies letztendlich aber immer wieder versagt. Das Aufscheinen von Unsicherheit und die Strenge von Ordnungsstrukturen, die außerhalb menschlicher Einflussnahme existieren, erzeugen den Wunsch nach Vereinfachung, die bei wachsender Komplexität immer unwahrscheinlicher wird.
Der in Berlin lebende chilenische Künstler Pablo Zuleta Zahr (*1978) präsentiert im NAK seine erste Einzelausstellung, die sowohl ältere Fotoarbeiten als auch die Vierkanal-Videoinstallation Butterfly Jackpot zeigt. Die Installation wurde speziell für das euregionale Projekt After Cage vom NAK und dem Z33 in Hasselt, Belgien produziert.
Die Installation greift wesentliche Überlegungen des Musikers und Künstlers John Cage (*1912–1992) auf und führt diese in der Übertragung auf soziale Interaktionen fort. Zuleta Zahr hat eine Struktur aus mathematisch vorgegebenen Variabeln geschaffen, in der er vier Mädchen aus und in vier Städten der Euregio agieren lässt. Die soziale Interaktion, zu Beginn noch beliebig und spontan, erstarrt in der Strenge des Konzepts letztendlich soweit, dass der Blick auf die grundlegenden Strukturen des Lebens, auf das Wirken von Wiederholung und die Rolle zufälliger Abweichung darin frei wird.
Weitere Infos unter http://www.heimat.de
08. September 2006
Eine Reise in eine andere Welt: Nach dem großen Erfolg von „lowbudgetshooting“ entführt das neueste Buch aus dem Cyrill Harnischmacher Fotofachbuch-Verlag in die faszinierende Welt der Makrofotografie. Neben Grundlagen der Nah- und Makrofotografie werden Infos zum richtigen Equipment vermittelt und Strategien für schärfere Bilder erklärt.
Jeder Schritt, den man weiter in die Tiefe vordringt ist ein Schritt in eine neue Welt. Da hängen perfekte, kristallklare Kugeln wie schwerelos im Raum und trotzen scheinbar den physikalischen Gesetzen, die wir aus unserer Welt gewohnt sind. Da begegnen uns bizarre Geschöpfe wie von einem anderen Stern und wir entdecken Meisterleistungen der Statik, die jeden Ingenieur und Architekten vor Neid erblassen lassen. Diese Welt liegt direkt vor unseren Augen, nur ist sie so klein und manchmal auch so flüchtig, daß wir sie mit unseren Sinnen nicht ohne Hilfsmittel wahrnehmen können. So ist die Makrofotografie auch eine Reise ins Unbekannte, bei der es ständig Neues zu entdecken gilt und bei der auch nach Jahren die Motive nicht ausgehen.
Aus dem Inhalt:
• Grundlagen der Nah- und Makrofotografie• geeignete Kameras und Objektive
• sinnvolles Makro-Zubehör
• kreatives Arbeiten mit Licht
• Makroaufnahmen von Flora und Fauna
• Strategien für schärfere Bilder
• Aufnahmetechniken in der Natur und im Studio
• Tabletop-Fotografie
• trickreiche Bauanleitungen, z.B. Makro Split-Level Box
• Lichtformer am Systemblitz nutzen
Das Buch ist im Cyrill Harnischmacher Fotofachbuch-Verlag erschienen und hat die ISBN 3-00-019421-5. Es ist erhältlich für 22,90 Euro.
Weitere Infos unter http://www.lowbudgetshooting.de
07. September 2006
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