Monatsarchiv für November, 2006
Einfacher 3Deht‘s nicht. Das ist kein Druckfehler, das ist ein Kalauer. Nachdem das Gelächter verklungen ist, wenden wir uns diesem "Objektiv" (ab 79 Euro) zu. Mono goes Stereo, und wenn Sie mitgehen, geht das am einfachsten damit: Packen Sie diesen Loreo-Spiegelvorsatz direkt auf Ihre Canon oder Nikon, stellen Sie die Blende (11 oder 22) und die Entfernung (drei Stufen, passt schon) ein und legen Sie los.
Die Blenden sind zwar real wesentlich dusterer, aber wer bei der ASA-Zahl nicht so knausrig ist, wird es nicht merken. Und wenn Sie das Ganze danach einfach als Papierbild im Format 10×15 abziehen lassen und in den Loreo-Betrachter legen, lassen sich kleinere Verwacklungsunschärfen bei der Bildgröße locker verzeihen. Ein Spielzeug, aber eins, das so richtig Spaß macht. Das Ergebnis sind übrigens zwei Hochformataufnahmen nebeneinander, die sich beim Betrachten dann überlagern. Und wer jetzt meint, ein Querformat entsteht einfach durch Kippen der Kamera, der hat’s halt immer noch nicht begriffen. Aber das wird schon noch.
Für Digitalkameras ohne Vollformat-Chip wie Canon D30, D60, 10D, 20D, 300D, 350D, Nikon D1, D1X, D2X, D1H, D2H, D100, D70, D50, Pentax *ist D, Pentax *ist Ds, Fuji Finepix S1 Pro, S2 Pro, Minolta Dynax/Maxxum 7D muss aufgrund der kleineren Chipgröße die 3 D Lens Version T benutzt werden. Die Canon EOs 1D ist aufgrund des besonderen Chipmaßes von 27.0 x 17.8mm nicht benutzbar. Für Minolta Kameras gelten besondere Einstellungen für nicht AF-Objektive wie in der jeweiligen Bedienungsanleitung nachzulesen. Infos dazu gibts auch unter http://jwhub.xtdnet.nl/mug/af-tips.html (in Englisch).
Zubehör: Loreo Deluxe 3D Viewer
Da das dreidimensionale Bild nur bei uns im Kopf entsteht, braucht es einen passenden Betrachter. Bei einer 3-D-Diashow hilft die perfekte Ausrichtung zweier Projektoren sowie gekreuzte Polfilter für Auge und Projektor. Beim Papierbild hilft dieser praktische und robuste 3-D-Betrachter. Hinten wird das 10×15-Photo eingelegt, vorne gucken Sie durch, und schon geht es ab in die dritte Dimension.
Weitere Infos unter http://www.monochrom.com
23. November 2006
Die große Chance für TV-Maniacs: Fotografieren Sie Ihre Familie, Ihre Freunde, Ihre Kinder oder sich selbst beim Fernsehen. Zuhause oder unterwegs. Oder inszenieren Sie selbst ein Bild rund um das Thema "Faszination Fernsehen". Anforderungen der Veranstalter: Zeigen Sie mit kreativen Bildern, wie TV in der Zukunft aussehen kann. Oder wie es in der Vergangenheit war. Zeigen Sie Ihre Bilder von TV-Veranstaltungen. Oder als Sie zu Gast bei Fernsehshows waren. Sie haben auch Bilder von einem TV-Star? Oder sogar Bilder, die Sie zusammen mit einem Fernsehstar zeigen? Dann senden Sie Ihre Bilder! Die 10 besten Einsendungen werden mit je einem wertvollen LCD- oder Plasma-Fernseher prämiert. Gesamtwert: über 20.000 Euro.
Am 20. Januar 2007 endet der Fotowettbewerb "Faszination Fernsehen". Vom 22. Januar bis zum 5. Februar 2007 findet ein Publikums-Voting im Internet auf der Seite www.faszination-fernsehen.de statt. Dort wählt das Publikum aus allen eingereichten Bildern ihre Top-100-Bilder aus. Die 10 erstplatzierten Fotos aus diesem Publikums-Voting plus die "Gewinner der Woche" kommen automatisch in die Top 100-Liste der Jury. Diese setzt sich somit folgendermaßen zusammen: Jury-Auswahl aus allen eingereichten Bildern, den "Gewinnern der Woche" und den 10 erstplatzierten Bildern des Publikums-Votings. Aus diesen endgültigen Top-100-Bildern wählt dann die Jury aus Fotoexperten, Grafikern und Redakteuren von myfoto.de, TV DIGITAL, der expert AG, Kabel Deutschland, der Messe Berlin sowie der gfu die 10 Sieger.
Nach der Jury-Wertung werden an dieser Stelle die Top100-Bilder in der Reihenfolge ihrer Platzierung von 1 bis 100 veröffentlicht. Die Plätze 1 bis 10 erhalten jeweils den entsprechend auf der Preisseite benannten Preis.
Weitere Informationen unter http://www.faszination-fernsehen.de
Weitere Bilder des Teilnehmers gnat (Bild oben) unter http://deviantart.com
23. November 2006
Der C/O Berlin Patrons e.V. präsentiert auch dieses Jahr wieder angehende Fotografen und Kunstwissenschaftler an der Schwelle zwischen Ausbildung und Beruf. Für 2007 werden noch junge Nachwuchsfotografen gesucht, die zum Thema „Porträt – Der fotografierte Mensch“ die Möglichkeit einer ersten, eigenen Ausstellung und Publikation erhalten, um sich und ihre Projekte einem breiten Publikum zu zeigen, zur Diskussion zu stellen und sich so ein öffentliches Forum zu schaffen.
Die fünf geplanten Positionen im zweiten Jahr der Ausstellungsreihe stehen unter dem Thema. In repräsentativen Arbeitsserien, bestehend aus fün Positionen, sollen die Künstler ihre Sicht auf den Menschen als physisches Individuum ebenso wie als sozial-gesellschafliches Wesen zeigen. Für die vier- bis sechswöchigen Ausstellungsetappen steht ein 120 Quadratmeter großer Raum im Postfuhramt zur Verfügung. Jede Ausstellung wird von einer Publikation begleitet, die jungen Kunst- und Kulturwissenschaftlern die Möglichkeit bietet, zu den fotografischen Arbeiten einen Text zu veröffentlichen. So verbindet sich in der Publikationsreihe die Idee einer ersten Chance auf zweierlei Ebenen im Dialog von Bild und Text.
Anforderungen: Die Bewerber müssen unter 35 Jahren und ihren Abschluss innerhalb der letzen zwölf Monate gemacht haben. Eingereicht werden können maximal 15 Arbeitsproben, zudem sollte der Bewerbung eine Biografie sowie ein kurzes, einseitiges Statement, möglichst in digitaler Form, vorliegen.
Einsendeschluss ist der 31. Dezember. Die Unterlagen gehen an den C/O Berlin Patrons e.V., Felix Hoffmann, Linienstraße 144, 10115 Berlin, Tel. 030.28 09 19 25, info@co-berlin.com
Weitere Infos unter http://www.co-berlin.com
23. November 2006
[mygal=Drift]Die Seminare der Berliner fas – Akademie für Fotografie wenden sich an Interessenten, die an einem regelmäßigen Schulbetrieb nicht teilnehmen können oder nur an einzelnen Themen interessiert sind. Ein Teil der Veranstaltungen findet englischsprachig mit britischen oder amerikanischen Dozenten statt. Im Angebot sind aktuell Seminare mit den Dozenten Wolfgang Zurborn, Arne Petersen,Abe Frajndlich und Michael Ackerman, die im Frühjahr 2007 starten.
Wolfgang Zurborn: die Erfindung des Realen
Fotografien können sehr schnell den Anschein erwecken, ein eindeutiges Bild der Welt zu liefern, da eine Wirklichkeitsnähe im Wesen des Mediums liegt. Keine fotografische Arbeit kann aber losgelöst von dem subjektiven Schaffensprozess und seinen ästhetischen Kriterien gesehen werden. Das individuelle Interesse an bestimmten Situationen, Wertsetzungen und Wahrnehmungen ist eine unverzichtbare Voraussetzung für die lebendige Entwicklung einer fotografischen Handschrift. Nur aus einer selbst Schritt für Schritt erschlossenen Perspektive kann Wirklichkeit bewusst in ein aussagekräftiges Bild gesetzt werden.
Seminarangebot:
In diesem Workshop soll das Verhältnis von persönlicher Motivation und individueller Wahrnehmung, originellem Konzept und differenzierter Gestaltung bei der Schaffung eines überzeugenden fotografischen Entwurfes der Realität in seiner vollen Komplexität entfaltet und für ein individuelles kreatives Arbeiten genutzt werden. Besonderen Wert wird dabei auf die Zusammenstellung und das Zusammenwirken von Einzelbildern hin zu einer vielschichtigen fotografischen Arbeit gelegt. Alle Möglichkeiten von Fotoserien und Bildreihen über Tableaus bis hin zu Bildmontagen und Collagen sind dabei willkommen. Wesentlich ist bei der Wahl der Präsentationsmethode, inwieweit diese es schafft eine überzeugende Form für die Erfindung einer neuen Realität zu entwickeln. Seminardaten:
- einmal im Monat, 9 Tage verteilt auf 9 Monate
- Teilnehmerzahl auf 10 begrenzt
- Seminartag immer am Wochenende
- Beginn März 2007
- deutschsprachiges Seminar
- Seminargebühr 1071,00 € inkl. 19 % MwSt
Anders Petersen: Workshop
Anders Petersen ist einer der herausragenden Persönlichkeiten der schwedischen Fotoszene und hat die nachfolgende Generation wie kaum ein anderer beeinflusst. Sein fotografisches Interesse gilt insbesondere dem Milieu der gesellschaftlichen Außenseiter. Seine Bilder entstehen in Bars, Gefängnissen oder Zirkuswagen. Ende der 60er Jahre entstand seine Serie über das legendäre "Cafe Lehmitz" eine Hamburger Kneipe, die hauptsächlich von Prostituierten und Homosexuellen besucht wurde. Die Fotografien strömen neben einer unglaublichen Kraft große Liebe und Verbundenheit mit den Menschen aus. Da Petersen einige Jahre zuvor nach Hamburg gekommen war, um seine Deutschkenntnisse zu verbessern, waren ihm viele der Personen schon vertraut. "Man muss direkt auf die Menschen zugehen können und sich seiner sehr sicher sein, um die Wirklichkeit sichtbar werden zu lassen", sagt er über sein Vorgehen, "dann können mit etwas Glück Bilder entstehen, die auch für andere etwas ausdrücken" (Wolfgang Vollmer, Lexikon der Fotografie).
Seminarangebot:
Anders Petersen wird an der fas eine Woche (6 Tage) einen workshop abhalten. Dieser besteht aus Sichtung und Besprechung der Arbeiten der Teilnehmer sowie fotografischen Arbeiten der Teilnehmer hinsichtlich des Portraits auf der Straße. Labor- und Seminarräume vorhanden. Seminardaten:
- Seminarumfang 6 Tage
- Teilnehmerzahl auf 10 begrenzt
- Beginn des Seminars im Frühjahr 2007 (März)
- englischsprachiges Seminar
- Seminargebühr 1071,00 € inkl. 19% MwSt.
Michael Ackerman: der Moment zwischen den Momenten
Michael Ackerman ist Fotograf und Grenzgänger. Konsequent emotional fotografiert er wider den Routinen und fotografischen Konventionen. 1967 in Tel Aviv geboren, lebt er zur Zeit zwischen Krakau, New York und Berlin.
Michael Ackermans "Half Life" zeigt Bilder, die berühren und verstören. Aufnahmen, die sich an den Rändern, den Übergängen, den Grenzen von Wahrnehmung und Bewusstsein bewegen. Verwackelt, unscharf, schief oder schlecht zentriert erscheinen die meist extrem belichteten Bilder in allen Formaten, die über ihre visuelle Sprache fähig sind, intensivste Gefühle beim Betrachter auszulösen. Szenen des alltäglichen Lebens verschwimmen und zerschmelzen zu Träumen und Visionen, werden verwandelt und zu mystisch aufgeladene Symbolen.
Auf seine Arbeitsweise angesprochen, zitiert Michael Ackerman die Beobachtung einer Freundin, der Fotografin Sarah Moon: "Sie hat gesagt, dass ich den Auslöser immer in seltsamen Momenten oder im Moment zwischen den Momenten gedrückt habe. Das ist auch der Grund, warum die Bilder immer eine Überraschung gewesen sind. Das Besondere am Phänomen des Übergangs liegt darin, das etwas Unerwartetes offen gelegt wird, etwas, das man spürt, aber nicht sieht."
Seminarangebot:
Michael Ackerman wird an der fas an vier Wochenenden (8 Tage) über einen Monat lang einen Workshop abhalten. Die während des Workshops aufgegriffen Themen und Motive werden von den gemeinsamen Vorschlägen der Seminarteilnehmer mitbestimmt. Der Workshop wird die Teilnehmer dazu führen, sich mit der Motivation hinter ihrer Fotografie auseinanderzusetzen sowie mit dem Verhältnis zu ihren Motiven. Es geht darum herauszufinden, was die Fotografie für den einzelnen auf einer tieferen Ebene tatsächlich bedeutet, so dass die Arbeit jedes einzelnen eine stärkere Reflexion von sich selbst gewinnt und zum Ausdruck bringt. Seminardaten:
- Seminarumfang 8 Tage
- Teilnehmerzahl auf 10 begrenzt
- Beginn des Seminars im Frühjahr 2007 (März)
- 1071,00 € Seminargebühr inkl. 19% MwSt.
Abe Frajndlich: Portraitfotografie
Geboren 1946 in Frankfurt am Main, kam Abe Frajndlich als 10jähriger nach Amerka. Er machte seine BA und MA in englischer Literatur an der Northwestern University in Evanston, Illinois. Sein Leben änderte sich 1970 dramatisch, als er ein Seminar bei Minor White besuchte. Frajndlich zog daraufhin nach Boston um bei White zu studieren. Sein Schaffen als Portraitfotograf zu beschreiben, würde diese Seite sprengen. Bekannt wurde er dem deutschen Publikum neben den zahlreichen Ausstellungen durch seine Arbeiten im FAZ Magazin. Dort publizierte er regelmäßig seine Aufnahmen und wurde für das Magazin stilbildend.
Seminarangebot:
Abe Frajndlich wird neben seiner eigenen Arbeit mit Ihnen Ihre Portraitarbeit besprechen und im Studio und unter Availible Light Bedingungen, Portraitfotografie mit Ihnen besprechen und praxisnah umsetzen. Sie selbst werden dann Ihre eigene Arbeit realisieren, welche dann an einem zweiten späteren Termin (3 Tage) von Abe Frajndlich begutachtet und in der fas ausgestellt wird. Sie werden an zwei Tagen in einem professionellen Studio arbeiten und mit den verschiedenen Möglichkeiten der Lichtsetzung vertraut gemacht. Seminardaten:
- 6 Tage, unterteilt in 2 x 3 Tage
- Teilnehmerzahl begrenzt auf 8
- Start des Seminars im Frühjahr 2007 (März)
- englischsprachiges Seminar
- 1.428 € Seminargebühr inkl.
Mietstudiogebühren und 19% MwSt
Weitere Infos unter http://www.fasberlin.org/fas/klasse_seminare.html
21. November 2006
Regine Petersen ist 1976 in Hamburg geboren. Sie studierte Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Fotografie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. Seit ihrem Diplom 2006 arbeitet sie als freiberufliche Fotografin mit Veröffentlichungen u.a. in brand eins, Die Zeit, konkret, Neon. 2006 ist sie für die World Press Masterclass nominiert worden und wurde mit ihrer Arbeit Das Haar bei "gute aussichten - junge deutsche fotografie 06/07" ausgezeichnet.
An welchem Projekt arbeitest Du gerade?
Ich fotografiere nach wie vor alles, was mir auffällt, im Moment noch ohne ein bestimmtes Ergebnis vor Augen zu haben. Einen großen Teil nehmen dabei allerdings Portraits ein.
Welches Thema beschäftigt Dich in Deiner Arbeit?
Da ich assoziativ arbeite, geht es eher um eine Themenfluktuation. Während ich nach Motiven suche komme ich in so eine meditative Stimmung und finde dann Bilder, die etwas von dem widerspiegeln, worüber ich mir Gedanken mache, oder die mich in eine andere Richtung denken lassen. Ich lande dabei dann meistens bei ganz existenziellen, metaphysischen und psychologischen Inhalten.
Als übergeordnetes Thema geht es mir also um die Frage, wie sich das mit der freien Assoziation in der Fotografie verhält, ob man mit dieser Technik, die ja aus der Psychoanalyse stammt, auch in der Fotografie Unbewusstes zum Vorschein bringen kann, indem man sich ohne Vorgabe eines Ziels treiben lässt. Ich suche dabei nach ähnlichen Dingen, die etwas zum Vorschein bringen, was ins Unbewusste verweist, nach einer Art Knick. Dabei geht es mir nicht um eine Lösung oder um ein vollständiges Bewusstwerden, eher um eine Stimmung des Unausgesprochenen, Verborgenen. Dass da etwas ist, was man nicht wirklich erfassen kann.
Was fasziniert Dich am Medium Fotografie am meisten?
Das Paradox von Vergangenheit und Gegenwart. Das Betrachten von einem eingefrorenen, stillen Moment, der in der Realität nicht mehr existiert.
Was macht für Dich eine gute Fotografie aus?
Wenn ich sie mir länger anschaue, weil sie mich aus irgendeinem Grund festhält. Wenn da etwas Irritierendes, Rätselhaftes, Ambivalentes ist. Also etwas, was mich nachdenklich macht.
Welche Grenzen siehst Du in der Fotografie?
Objektiv zu sein.
Warum bist Du Fotografin geworden?
Das empfinde ich im Nachhinein als schwer zu beurteilen. Vielleicht weil ich einen gewissen Hang zur Melancholie habe und der Vergangenheit viel Beachtung schenke. Weil mich generell Zeit fasziniert. Weil es ein tolles Gefühl ist, in einem besonderen Moment auf den Auslöser zu drücken.
Gibt es einen Fotografen, der Dich besonders geprägt hat? Wie?
Wenn ich einen Lieblingsfotografen bestimmen müsste, wäre es Martin Parr. Aber fotografisch habe ich nicht so viel mit ihm gemeinsam.
Es gibt aber sicherlich eine Vielzahl von Fotografen, die mich geprägt haben, ohne dass es mir jetzt so bewusst wäre. Ich habe früher mal eine Zeit lang versucht so wie Eggleston zu fotografieren, was natürlich nicht geklappt hat. Aber in meiner Entwicklung beeinflusst hat er mich dadurch bestimmt.
Was sagen Kritiker über Deine Bilder?
Das Schöne ist, dass jeder, der sich auf meine Bilder einlässt, ganz eigene Assoziationen hat. Ich finde das sehr bereichernd und es bringt mir selbst oft neue Aspekte näher. Der Sinn meiner Arbeit liegt ja auch gerade darin, dem Betrachter Raum für eigene Gedanken und Gefühle zu geben.
Ein Freund sagte einmal, ich würde Dinge fotografieren, die ich lieben und an denen ich gleichzeitig verzweifeln würde. Darüber hatte ich so noch nicht nachgedacht, aber es deckt sich bis zu einem gewissen Grad mit dem, was ich sonst immer als Spannungsfeld von Nähe und Distanz bezeichnet habe. Dass ich da eine Vertrautheit herstellen will zu etwas, das sich meiner Berührung entzieht. Das gleichzeitige Vorhandensein von Intimität und einer unüberwindbaren Kluft. Was bleibt ist ein unbefriedigendes Gefühl.
Negative Kritik? Es gibt Leute, die ein Problem mit der Offenheit der Bilder haben. Sie wollen mehr konkrete Hintergrundinformationen über die einzelnen Motive, oder sagen, ich würde thematisch zu viele Fässer gleichzeitig öffnen.
Mit welcher Kamera fotografierst Du am häufigsten und warum?
Zur Zeit mit meiner neuen Mamiya 7. Was mir gefällt, ist das geerdete Format und die Schärfe bei gleichzeitigem geringen Gewicht der Kamera. Dadurch ist sie für mich ideal zum Reisen. Generell arbeite ich mit verschiedenen Mittelformaten. Kleinbild ist für meine Fotografie zu dynamisch und Großbildequipment eignet sich nicht für spontane Fotografie. Außerdem ist es mir zuviel Geschleppe.
Was hältst Du von digitaler Bildmanipulation?
Da es mir um Momentaufnahmen geht, kommt digitale Manipulation für mich persönlich nicht in Frage. In anderen Zusammenhängen sehe ich das anders. Wichtig finde ich dabei nur, dass es inhaltlich Sinn macht.
Wie siehst Du die momentane Entwicklung der Fotografie?
Darüber können andere besser fachsimpeln als ich.
Weitere Infos unter http://www.reginepetersen.de
„gute aussichten – junge deutsche fotografie 2006/07“
Ausstellende Fotografen: Marc Baruth, Simon Hempel, Sonja Irouschek, Vanessa Jack, Irina Jansen, Regine Petersen, Arno Schidlowski, Roman Schramm, Nicolas Wollnik
KÖLN
noch bis So, 14.1.2007, Forum für Fotografie, Schönhauser Strasse 8 www.forum-fotografie.info, Öffnungszeiten: Mi-Fr 14-18 Uhr, Sa 12-18 Uhr, So 12-16 Uhr.
HAMBURG
Fr, 19.1.2007 - So, 18.2.2007, aus der Photographie/ Deichtorhallen, Deichtorstrasse 1-2, www.deichtorhallen.de, Öffnungszeiten: Mo geschlossen, Di-So 11–18 Uhr. Aktionen zur Eröffnung und während der Ausstellungszeit durch Ingo Taubhorn, u.a. Werkstatt-Gespräche usw.
STUTTGART
Do, 15.3.2007 - So, 29.4.2007, vhs photogalerie, Rotebühlplatz 28, www.vhs-photogalerie.de, Öffnungszeiten: Mo-Sa 8-23 Uhr, So 9-18 Uhr.
BERLIN
Mitte Mai - Juli 2007, Museum für Fotografie, Jebensstrasse 2, www.smb.museum/mf, Öffnungszeiten: Mo geschlossen, Di-So 10-18 Uhr, Do bis 22 Uhr. Aktionen während der Ausstellung durch Ludger Derenthal.
20. November 2006
Wer hat die Schönste im ganzen Land? Gesucht wird die Miss SodaStyle!
Fotografen können bei der Schweizer Bildagentur Sodapix vom 20. November bis 20. Januar ihre besten Portraitaufnahmen präsentieren. Im Februar wählt die kreative Webgemeinde die schönste Aufnahme!
Berücksichtigt werden alle Frauenportraits, die stylisch, modisch, schön und überhaupt sind. Hochglanz, Glamour und Kulleraugen. Wallendes Haar, Lipgloss und am besten Hilton mit Nachname.
Jeder Fotograf – egal ob Profi oder Amateur – mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz kann teilnehmen. Die eingereichten Bilder dürfen nicht bei anderen Wettbewerben eingereicht werden und auch nicht früher an anderen Wettbewerben eingereicht worden sein. Außerdem ist kein digitales Composing erlaubt.
Das Bild muss eine Auflösung von 72 dpi haben und darf die Grösse von einer maximalen Bildbreite von1024 Pixel und einer maximalen Bildhöhe von 1024 Pixel nicht überschreiten. Die maximale Dateigröße ist 500 KB. Das Bild muss im JPEG-Format abgespeichert sein. Jedoch muss das Bild in den Mindestanforderungen von 5.0 Megapixel bei 300dpi dem Fotografen im Original vorliegen.
Vom 21. bis 31. Januar 2007 stellt dann die Fachjury aus allen Einsendungen eine Auswahl der besten 20 Bilder auf. Zu gewinnen gibt’s unter anderem eine Canon EOS 400D.
Weitere Infos unter http://www.sodapix.com
16. November 2006
Das Konzept von select_art: 20 Künstler, vier Fotografien pro Aussteller, ein Thema, und jeder bringt alle seine Freunde mit. Wie erfolgreich das sein kann, zeigt die Kölner Premiere von select_art im vergangenen Monat. Etwa 500 Gäste zählte die Vernissage mit anschließender Party. Die Reihe soll nun monatlich fortgeführt werden, bei jedem Event können sich neue Fotografen um einen Ausstellungsplatz bewerben.
Der Ausstellungsraum befindet sich in der Hohenzollernbrücke direkt beim Dom. Etwa eine Woche vor der Ausstellung müssen die letzten Bewerbungen der Fotografen zum vorgegeben Thema vorliegen. Das select-Team wählt dann die ausstellenden 20 Künstler aus und behält sich vor, von jedem Fotografen ein Foto auszusuchen, das in einer Mindestgröße von 30 x 40 Zentimetern zu übergeben ist.
Nächster Termin ist der 17. November im Hohenzollernclub, Trankgasse 20, im Bogen 2. Um 20 Uhr beginnt die Ausstellung mit Sektempfang zum Thema „story 4“, ab 23 Uhr drehen m. martini, tim paris und su-art an den Tables. Live ist [t]ékël aus Paris zu sehen.
Weitere Infos unter http://www.myspace.com/addict_to_select
14. November 2006
[mygal=OlafMartens]Bis zum 28. November präsentiert die Münchner Galerie f5,6 anlässlich der großen Einzelschau im Kunstforum Halle neue und unveröffentlichte Arbeiten des deutschen Fotografen Olaf Martens. Olaf Martens Arbeiten werden auch im Rahmen der Paris Photo 2006 im November gezeigt werden.
Olaf Martens Arbeiten zeichnen sich seit seinen Anfängen durch den beständigen Taumel zwischen Schein und Sein, zwischen Inszenierung und Natürlichkeit aus. Er untergräbt die scheinbar homogene Fassade des Fotografischen, lässt sie durch die Kombination widersprüchlicher Details zerspringen, so dass die Ungereimtheiten anschaulich werden und kombiniert sie in einer betont hybriden Mixtur aufs Neue.
In konstruierten Bildwelten werden Schönheit, Glanz und übermütig inszenierter Schein eingefangen. Dabei entzieht sich Martens inhaltlich jeglicher Kategorisierung, indem er meist mit viel Humor Versatzstücke aus der Kunst, Politik, Geschichte und Mode-, Lifestyle-, Architektur-, Sozial-, ja sogar Tierfotografie zu einem postmodernen Eklektizismus zusammenfügt.
Das Sujet der Peripherie ist für Martens von Anfang an immer wieder ein Thema. Martens liebt es, in dunklen Ecken, alten baufälligen Fabriken und Stadträndern zu fotografieren. Seine Arbeiten werden meist in Ostdeutschland, der tschechischen Republik, der Türkei und Russland realisiert.
Eine andere Form der Peripherie ist die der gesellschaftlichen Außenseiter. Putzfrauen, Revuetänzerinnen, überdicke Frauen, Transvestiten oder Liliputaner tauchen ähnlich wie in David Lynchs Filmen immer wieder als Figur auf. Ironisch setzt Martens sie immer in direkten Zusammenhang mit dem scheinbar Schönen: dem Model, das aber wiederum in Martens Bilderwelten in Strapsen, Seidenstrümpfen, High Heels, Latex, Gasmasken, extremen manierierten Posen aufkreuzt.
Das andere Thema, welches die Ausstellung aufgreift, ist Martens Interesse am Unfall (Havarie). Seien es inszenierte Verwundungen, Menschen die durchs Bild huschen, wo sie eigentlich nicht hingehören, kleine Momente wo die Augen des Models nicht richtig offen sind, oder der Mund seltsame Formen macht. Überbelichtung usw. sind ein wichtiger Teil von Martens Bildsprache. Martens Ziel ist es nicht, ein fotografisches Abbild zu nehmen, sondern ein Bild zu realisieren, das dem Betrachter eigentlich immer nur zu einer genaueren Betrachtung einlädt, in dem dann aber nichts mehr so ist wie es scheint. Martens öffnet alle möglichen Räume für die Phantasie des Betrachters - gleich der russischen Puppe Babuschka, die scheinbar unendlich viele weitere Puppen in sich birgt.
All dies zusammen und noch vieles mehr ergibt Martens verrückte, verspielte, oft opulente, humorvolle Bilderwelt, die ihresgleichen sucht. In vielen Hinsichten ist Martens Bilderwelt eigentlich näher an der Malerei als in der klassischen Fotografie zuhause.
Olaf Martens studierte Fotografie an der Hochschule Graphik und Buchkunst in Leipzig. Seine Zeitgenossen ist die so genannte Leipziger Schule mit Künstlern wie Neo Rauch, Tim Eitel oder Tilo Baumgärtel.
Seit Ende der 90er Jahre sind Martens Arbeiten in einer Vielzahl von erfolgreichen Gruppen- und Einzelausstellungen wie im Deutschen Historischen Museum Berlin, Moskauer Haus der Fotografie, Kunstmuseum Bonn, Grassi Museum Leipzig, Leopold Museum Wien, Kunstforum Halle sowie auf internationalen Kunstmessen und in Galerien in Europa zu sehen. Seine Arbeiten sind u.a in der Sammlung Goetz und Sammlung F.C. Gundlach vertreten sowie in anderen privaten Sammlungen.
Weitere Infos unter http://www.f56.net
13. November 2006

Die Arbeiten von Frank Thiel sind eine einzigartige Reflexion über die Stadtlandschaft Berlins, diesen städtebaulichen Flickenteppich des 20. Jahrhunderts. Er beschreibt eine Architektur des Übergangs, die Herausbildung eines neuen politischen Raums innerhalb urbaner Strukturen. Sein eigentliches Thema ist das Unvollendete, er bevorzugt den Entstehungsprozess gegenüber dem Endresultat, verfolgt konsequent eine Ästhetik des Vergänglichen der Veränderung.
Thiels Bilder erscheinen wie Momentaufnahmen, die auf einen größeren Erzählzusammenhang verweisen. Zugleich untersuchen seine Arbeiten immer wieder das Verhältnis von Fotografie zu Malerei und Skulptur. Thiels besondere Fähigkeit, in seine Fotografien die dialektische Beziehung zwischen Ideologie und Ästhetik einzuschreiben, verhindert dabei jeden Anschein von Sentimentalität. Diese erste große Monografie versammelt alle wichtigen Wergruppen seit 1995 zu diesem Thema.
Das 224-Seiten-starke Buch mit Texten von Robert Hobbs und David Moos ist im Hatje Cantz Verlag erschienen. Es enthält etwa 150 farbige Abbildungen und kostet 49,80 Euro.
Weitere Infos unter http://www.hatjecantz.de
12. November 2006
In üppiger Bilderfolge zeigt die Ausstellung Die Liebe zum Licht bis zum 29. Dezember, wie Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts im Lichtmedium Fotografie Licht thematisieren und/oder inszenieren. Die Ausstellung in der Städtischen Galerie Delmenhorst versteht sich als großer Bildessay, in dem die Liebe des Menschen zum Licht als Quell des Lebens zutage tritt.
Fotografie ist wesentlich Verarbeitung von Licht; Fotografie ohne Licht ist nicht möglich. Das Spektrum der aspektreichen künstlerischen Auseinandersetzung reicht von der Verdinglichung des Lichtes (Beleuchtung) bis zu seiner Entmaterialisierung (Erleuchtung). In überraschenden Gegenüberstellungen klassischer, zeitgenössischer und anonymer Positionen entsteht ein - begehbares – Lichtbild von eindringlicher Kraft.
Mit Arbeiten von: Evgen Bav_ar, Peter Bialobrzeski, Bernhard Johannes Blume, Brassaï, Johannes Brus, Gregory Crewdson, Lucinda Devlin, Philip-Lorca DiCorcia, Pietro Donzella, Dörte Eißfeldt, Thomas Florschuetz, Günther Förg, Nan Goldin, Jitka Hanzlovà, Henry Frères, Candida Höfer, Thomas Kapielski, Abelardo Morell, Sakiko Nomura, Yuki Ondera, Sigmar Polke, Georges Rousse, Thomas Ruff, Jörg Sasse, Viviane Sassen, Stephen Shore, Hiroshi Sugimoto, Sascha Weidner, u.a.
Es werden 220 Fotografien gezeigt. Die Ausstellung wurde kuratiert von Bettina Maassen und Hartmut Neumann. Zusätzlich ist ein Katalog mit144 Seiten und 220 Abbildungen für 19 Euro erschienen.
Weitere Infos unter http://www.staedtische-galerie-delmenhorst.de/
11. November 2006
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