Interview mit Oliver Sieber

12.Dezember 2006

SieberSelbst.jpgOliver Sieber, geboren 1966, studierte von 1987 bis 1993 Fotografie in Bielefeld und Düsseldorf. Zuletzt erschien sein Buch Die Blinden beim Kölner Verlag Schaden.com; aktuell ist seine Arbeit Das Böhm Projekt, ein Gemeinschaftsprojekt mit Katja Stuke, in der Kölner SK Stiftung zu sehen.

 

An welchem Projekt arbeitest Du gerade?
Meine Arbeit Character Thieves läuft gerade auf Hochtouren. Nachdem ich bei zwei Stipendienaufenthalten in Toronto und Osaka die Gelegenheit hatte, Jugendliche zu portraitieren, die sich wie ihr Lieblingscharactere aus Mangas, Games oder Animes kleiden, werde ich dies nun hier in Deutschland beenden und ein Buch herausgeben.

Welches Thema beschäftigt Dich in Deiner Arbeit?
Ich würde sagen, daß Identitätsbildung ein gutes Stichwort ist. In fast allen meinen Arbeiten dreht es sich um Zugehörigkeiten, Gruppenbildung, Identifikation und Identität.

Was fasziniert Dich am Medium Fotografie am meisten?
Kann ich nicht sagen. Vielleicht weil es eine der wenigen Sachen ist die ich ganz gut kann. 

Was macht für Dich eine gute Fotografie aus?
Das weiß ich, wenn ich sie sehe.

Welche Grenzen siehst Du in der Fotografie?
Meist braucht man etwas vor der Kamera; da beneide ich schon mal die Maler, die die Dinge, die sie beschäftigen auf die Leinwand bringen können ohne abhängig von existierenden Dingen oder Personen zu sein.

Warum bist Du Fotograf geworden?
Über Bilder kann ich ganz gut zum Ausdruck bringen, was mich beschäftigt. Ich war früher sehr ungeduldig und da hat das Arbeiten mit der Kamera schnell zu brauchbaren Ergebnissen geführt. 

Gibt es einen Fotografen, der Dich besonders geprägt hat? Wie?
Die frage hat Markus Schaden mit van Zoetendaal Galerie schon mal formuliert. Da ging es vor allem um die Beeinflussung durch Bücher mit Fotografie. Katja Stuke und ich haben dann bei Frau Böhm, das ist ein Künstlerheft, das wir seit sieben Jahren herausgeben, eine Spezial Edition von Frau Böhm dazu gemacht. Ausgabe 24 war es. Kann man auf der Frau Böhm Website nachsehen.

Was sagen Kritiker über Deine Bilder?
Das fragst du die besser selbst.

Mit welcher Kamera fotografierst Du am häufigsten und warum?
Wenn immer es geht, arbeite ich mit Großformat. Die Art und Weise gefällt mir. Bild auf dem Kopf, langsam und schön scharf. In letzter Zeit greife ich auch schon mal zur 6 x 7. hängt davon ab was ich machen möchten. Die Kamera beeinflusst schon zielmlich das arbeiten und damit natürlich auch das Bild.

Was hälst Du von digitaler Bildmanipulation?
Kommt auf den Sinn und Zweck an. Im Prinzip nichts gegen einzuwenden. Bildmanipulation klingt als Wort komisch, irgendwie unkorrekt.  

Wie siehst Du die momentane Entwicklung der Fotografie?
Langsam kommt man in bezahlbare Kategorien von ersklassigen Druckern, Scannern etc. Das finde ich bereichernd.

Weitere Infos unter http://www.os66.de

 

Das Böhm Projekt in der photographischen Sammlung der Sk Stiftung Kultur / eine Ausstellung gemeinsam mit Katja Stuke: 30. September 2006 – 7. Januar 2007 im Mediapark 7, 50670 Köln
http://www.frau-boehm.de/news.html


Außerdem ein Webspace, wo neben eigenen Arbeiten auch Gastkünstler zu Ausstellungen eingeladen werden: http://www.frau-boehm.de/handelszentrum/

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