Absage an die Wirklichkeit - Subjektive Positionen zeitgenössischer Fotografie
17.Januar 2007
Neun Fotografen leiten einen Paradigmenwechsel im aktuellen Fotografiediskurs ein. Bei aller Unterschiedlichkeit des Ausdrucks und der persönlichen Arbeitsweise der beteiligten Künstler – die Arbeiten reichen von Lichtmalerei und Chemigrammen bis zu bildmäßig geprägten Fotoarbeiten – sind sie alle geformt durch die Idee der "Subjektiven Fotografie". In der Auseinandersetzung mit radikalen Positionen avantgardistischer Kunst der 20er Jahre und der Reflexion der "Subjektiven Fotografie" in den 50er bis 60er Jahren bis heute erweitern sie das "fotografische Denken" und formulieren eine persönliche Sehweise, die das Verhältnis der Fotografen zur Welt zeigt. Vom 18. Januar bis 25. Februar 2007 ist die Ausstellungsreihe im Saarländischen Künstlerhaus zu Gast.
Trotz verschiedener Produktionsmethoden und bildnerischer Strategien gilt das gemeinsame Element der subjektiven Sicht auf die Wirklichkeit. Damit bezieht die Gruppe Gegenposition zu einer dokumentarischen und realitätsvermittelnden Fotografie und wendet sich hin zu einer metaphorischen, lyrischen, narrativen und subjektiven Auffassung. Zwar arbeitet bereits eine Vielzahl einzelner Künstler im subjektiven Kontext, doch konstituiert sich hier erstmalig unter einem Programm eine Gruppe, die ihre Position an zahlreichen Orten im In- und Ausland zur Diskussion stellt.
Die Absage an die Wirklichkeit öffnet den Zugang zu Wirklichem. "Wir haben kein Bewußtsein, das die Dinge konstituiert, wie der Idealismus glaubt, aber die Dinge sind dem Bewußtsein auch nicht vorgeordnet, wie der Realismus glaubt (…) mit unserem Leib, unseren Sinnen, unserem Blick und unserer Fähigkeit, die Sprache zu verstehen und zu benutzen, verfügen wir über Maßstäbe für das Sein, über Dimensionen, auf die wir es beziehen können, aber über keine Beziehung der Adäquation oder der Immanenz. Die Wahrnehmung der Welt und der Geschichte ist die Praxis dieses Maßnehmens, das Erkunden ihrer Abweichung oder ihrer Differenz im Verhältnis zu unseren Normen." (Merleau-Ponty)
Aus: Andreas Steffens, Angesichts. In: Absage an die Wirklichkeit - Subjektive Positionen zeitgenössischer Fotografie. Kerber Verlag, Bielefeld 2006, S. 145ff.
Teilnehmende Künstler: Katrin Amft, Marc Grümmert, Tim Kellner, Thanh Long, Knut Wolfgang Maron, Janet Riedel, Heidi Schneekloth, Michael Strauss, Janet Zeugner
Vernissage im Rahmen der Reihe Absage an die Wirklichkeit:
Michael Strauss: Maria Magdalena
Galerie M . Marlies Hanstein, Bismarckstr. 6, 66111 Saarbrücken
Eröffnung: 17.01.2006, um 18:00 UhrDauer: 18.01. - 24.02.2007
Weitere Infos unter http://www.kuenstlerhaus-saar.de
Artikel gespeichert unter: Ausstellungen, News
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