Monatsarchiv für März, 2007
Nach Mauerfall und Wiedervereinigung ist ein neues Deutschland entstanden. Reality Bites untersucht, inwiefern diese historischen Ereignisse in die zeitgenössische deutsche Kunstproduktion ausstrahlen. Dazu versammelt der Band eine repräsentative Auswahl von rund 70 Kunstwerken, die nach Herbst 1989 entstanden sind.
Reality Bites behauptet, dass diese Positionen einen neuen Avantgarde-Charakter besitzen, der daraus resultiert, dass die Strategien und Materialien auf die eine oder andere Art der jüngsten deutschen Wirklichkeit entlehnt und geschuldet sind. Es kann kein Zufall sein, dass die Entstehung dieser Arbeiten mit der im Zuge der Wiedervereinigung gewachsenen Bedeutung der Topoi von Realität und Geschichte zusammenfällt. Ein unverzichtbares Überblickswerk zur Kunst in Deutschland seit dem Fall der Mauer im Jahre 1989.
Die vorgestellten Künstler: Franz Ackermann, Kutlug Ataman, Cosima von Bonin, Sophie Calle, Tacita Dean, Thomas Demand, Isa Genzken, Bernhard Grabert, Beate Gütschow, Rudolf Herz, Sabine Hornig, Christian Jankowski, Anrdré Korpys und Markus Löffler, Ulrike Kuschel, Marko Lehanka, Eva Leitolf, Via Lewandowsky, Michel Majerus, Mariele Neudecker, Marcel Odenbach, Manfred Pernice, Daniel Pflumm, rude_architecture, Silke Schatz, Gregor Schneider, Collier Schorr, Renata Stih und Frieder Schnock, Wolfgang Tillmans
Das Buch ist herausgegeben in Deutsch/Englisch von Sabine Eckmann im Hatje Cantz Verlag, mit Texten von Diedrich Diederichsen, Sabine Eckmann, Beate Kemfert, Gertrud Koch, Lutz Koepnick, Iain Boyd Whyte u.a. Insgasamt sind auf 320 Seiten 210 farbige Abbildungen zu finden. Der Preis beträgt 39,80 Euro.
Ausstellungen: Mildred Lane Kemper Art Museum, St. Louis 9.2.–29.4.2007 · Opelvillen, Rüsselsheim 30.5.–2.9.2007
Weitere Infos unter Reality Bites. Kunst nach dem Mauerfall: Making Avant-Garde Art in Post-Wall Germany oder http://www.hatjecantz.de
19. März 2007
Vom 15. September bis zum 7. Oktober 2007 finden die Wiesbadener Fototage zum 5. Mal statt. Das Festival für zeitgenössische Fotografie ruft diesmal auf, Arbeiten zum Thema „EGO - fotografische Positionen zum Ich“ einzusenden. Bis zum 5. April können interessierte Fotografen ihre Arbeiten einsenden. Der Ausgangspunkt der fotografischen Arbeiten kann sowohl im künstlerischen als auch im dokumentarischen Bereich und deren Mischformen liegen. Inhaltlich werden ungewöhnliche, bislang nicht gezeigte fotografische Sichtweisen erwartet.
Alle, von der Jury ausgewählten Arbeiten, werden in einem umfangreichen Katalog über die Fototage publiziert. Die Ausstellungsorte sind über die ganze Stadt verteilt. Neu hinzugekommen sind in diesem Jahr die Galerien Witzel, Photonet und Hähnel, esc-space sowie das Thalhaus, das Wiesbadener Stadtmuseum, die Fachhochschule Wiesbaden und die Praxis: Entdeckungen.
Zum ersten Mal wird zudem auch ein Preis in Höhe von 2.000 Euro verliehen, der künftig zum festen Bestandteil des Festivals wird. Dieser neue Förderpreis, wird als Publikumspreis ausgeschrieben und bezieht die Besucherinnen und Besucher in die Bewertung der besten fotografischen Serie aktiv ein. So soll ein Diskurs zwischen Fotografien, Fotografen und Veranstalter entstehen.
Weitere Infos unter http://www.galerie-lichtbild.de/ego/
16. März 2007
„Don’t think - just shoot!“ – so das Motto der Lomographischen Gesellschaft, die in Kooperation mit Absolut Wodka zum globalen Kreativwettbewerb aufrief. Der Startschuss zu „Absolut Lomo“ fiel letzten Dezember, als sechs Künstler kreativ Stellung zum Thema Lomo nahmen. Die Bilder kamen unter anderem vom Tattoo Artist Oliver Lonien, dem chinesischen Fotografen Huang Yan oder Sascha Lilic, dem Ziehkind von Helmut Newton. Zudem waren Hobbyfotografen aufgefordert, eigene Arbeiten einzusenden. Die besten unter ihnen sind vom 22. März bis zum 22. April im Kölner Filmhaus zu sehen!
Am internationalen lomographischen Fotowettbewerb haben Lomographen aus aller Welt teilgenommen und unglaublich viele Bilder produziert, zu sehen auf www.lomography.com/absolut. Die finalen Gewinner sind nun in der letzten Runde gewählt und werden im September zum Lomographischen Weltkongress in London eingeladen. Als eine der ersten Städte präsentiert Köln nun die Ergebnisse des Projektes: Eine Lomo Wall bestehend aus 5000 Bildern deutscher Teilnehmer bilden die Grundlage für die Ausstellung, zu der Lomographen und andere Fotografie-Begeisterte eingeladen sind.
Die Vernissage startet am 22. März um 20 Uhr und ist als Open-End-Party angelegt. Schließlich sorgt DJ De Vibroluxe live für die richtige Tanzstimmung!
Weitere Infos unter http://www.lomo.de/docs/Absolutlomo.htm
16. März 2007
Rot, erotisch, animalisch, changierend zwischen Glamour und Kanibalismus – so offenbart sich der monitorfüllende Mund mit den makellos weißen Zähnen. Die Arbeit der in England lebenden Videokünstlerin Lia Anna Henning ist eine von fünfzig Positionen, die die VIDEONALE 11 vom 15. März bis 15. April 2007 im Kunstmuseum Bonn präsentiert. Neben neuen Videoarbeiten u.a. von Jeanne Faust, Christoph Girardet oder Mischa Kuball stehen Werke von jungen Künstlern wie etwa dem Japaner Hideyuki Tanaka, der die skurrilen Riten um eine gottgleiche Figur namens Jappy zeigt, oder dem Franzosen Jean-Gabriel Périot, der die öffentliche Bestrafung von französischen Frauen, denen eine Affäre mit deutschen Männern während des Krieges nachgesagt wurde, untersucht.
„Wir wollen die ganze Bandbreite von Videokunst heute zeigen. Uns interessiert vor allem der Appeal des Gegenwärtigen. Auffällig ist die ungeheure Vielfalt der eingereichten Arbeiten: Narrative und dokumentarische Positionen, Clips, Animation und Zeichentrick, politische Videos, rein am Formalen interessierte Werke, Performance-Video. Eine interessante Strömung sind in diesem Jahr Videos von Künstlerinnen und Künstlern mit Migrationshintergrund: Noch nie hatten wir so viele Arbeiten von Künstlern, deren Namen auf den ersten Blick so gar nicht zum Land, in dem sie wohnen, passen wollen“, so Georg Elben, Kurator der VIDEONALE 11.
Über 600 aktuelle Videoarbeiten – unter anderem aus Taiwan, China, Korea, Australien, Brasilien, Spanien, Frankreich und den USA – hat die fünfköpfige Jury gesichtet. Eine Woche lang tagten Cecilia Anderson, die in Liverpool als freie Kuratorin für die Tate Liverpool arbeitet, Karen van den Berg, Kunstwissenschaftlerin von der Zeppelin University Friedrichshafen, Katja Davar, Künstlerin und Teilnehmerin der Videonale 10, Tomasz Wendland, Künstler und Kurator des IF Museum Inner Spaces aus Poznan und Georg Elben, Kurator der Videonale 11, in den Räumen der KfW-Bankengruppe, die auch in diesem Jahr wieder maßgeblich die VIDEONALE unterstützt.
Als Fortsetzung der monatlich stattfindenden Reihe ELEKTRONENSTRÖME behandelt das umfangreiche Rahmenprogramm der VIDEONALE 11 theoretische und praktische Aspekte des Themas Videokunst: Workshops, Experten-Vorträge und künstlerische Statements thematisieren die Besonderheiten von Video als künstlerischem Medium in Bezug zu anderen Medien der bildenden Kunst. Unter anderem stehen in diesem Jahr Fragen des Copyrights sowie deren Auswirkungen auf Ausstellungen und Sammlungen zur Diskussion. Mit dem Konzept der Video:Dialoge hat der Besucher die Möglichkeit, mit Studenten der Kunstgeschichte die Werke im individuellen Gespräch zu diskutieren.
Anlässlich der VIDEONALE 11 erscheint ein zweisprachiger Katalog mit zahlreichen Abbildungen der ausgestellten Arbeiten, wissenschaftlichen Aufsätzen und einer DVD.
Weitere Infos unter http://www.videonale.org
14. März 2007
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