Tagesarchiv für den 17. Mai 2008

2 Ausstellungen zum 100. Geburtstag von Henri Cartier-Bresson

›Tête à tête‹
Graphikmuseum Pablo Picasso, Münster,
16 Mai - 20 Jul 2008

Der Franzose Henri Cartier-Bresson zählt zu den bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Aus Anlass seines 100. Geburtstages ehrt das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster den Künstler, der im biblischen Alter von 96 Jahren verstarb. Die rund 120 Fotoaufnahmen in der Ausstellung "Tête à tête" zeigen einen repräsentativen Überblick über sein Porträtschaffen.

 Wie zahlreiche berühmte Fotografen der Moderne genoss Cartier-Bresson (1908-2004) zunächst eine künstlerische Ausbildung, bevor er sich kurze Zeit später der Fotografie zuwandte. Als Fotograf und Fotojournalist hat er den Globus anschließend wie kaum ein anderer rast- und ruhelos bereist. Durch seine lebenslange Leidenschaft für Kunst, Literatur und Wissenschaft und seine Auftragsarbeiten für namhafte Magazine wurde er mit zahlreichen Persönlichkeiten bekannt. Seine Porträt-Aufnahmen legen hiervon beredtes Zeugnis ab: Neben Jean-Paul Sartre und Marilyn Monroe trifft man Pablo Picasso und Truman Capote, Albert Camus und Robert Kennedy, Coco Chanel und den Dalai Lama. Cartier-Bresson machte die eindrucksvollsten und berühmtesten Künstler- und Literaten-Aufnahmen des 20. Jahrhunderts.

Die Fotografien Cartier-Bressons stellen keine statischen oder inszenierten Portraits dar, sondern sind von einer eigentümlichen Dynamik gekennzeichnet. Als "Auge des Jahrhunderts" (Pierre Assoulin) gelang es ihm stets, den fruchtbaren Moment fotografisch zu bannen.

Mitte der 50er Jahre nahm man fälschlicherweise an, Cartier-Bresson sei im Krieg gefallen. Das Museum of Modern Art in New York widmete ihm 1947 aus diesem Grunde sogar eine große Retrospektive. Im selben Jahr gründete Cartier-Bresson die legendär gewordene Foto-Agentur Magnum Photos mit dem Ziel, Fotografen die Rechte an ihren Arbeiten zu sichern.

 Die Werkauswahl für die Ausstellung "Tête à tête" nahm der Künstler selbst noch zu Lebzeiten vor. Daher atmet sie noch heute seinen gestalterischen Geist und lässt die künstlerische Handschrift Henri Cartier-Bressons erkennbar werden.
Die Ausstellung wurde konzipiert von der Henri Cartier-Bresson Foundation in Paris in Zusammenhang mit Magnum Photos.

Ein Katalog zur Ausstellung "Tête à tête" (dt. Titel "Der Klang der Seele Portraits") ist im Museumsshop für 39,80 EUR erhältlich.

Graphikmuseum Pablo Picasso
Königsstr. 5
48143 Münster
www.graphikmuseum.de

 

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›à propos de Paris‹
Galerie der Stadt Fellbach
Fellbach, 29 Mai - 24 Aug 2008

Der bedeutende französische Fotograf Henri Cartier-Bresson wäre am 22. August 2008 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt das Kulturamt der Stadt Fellbach in Zusammenarbeit mit Magnum Photos Paris von 29. Mai bis 24. August 2008 in der städtischen Galerie eine Ausstellung mit rund 80 Fotografien des Künstlers à propos de Paris. Ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm in Kooperation mit dem Institut Français de Stuttgart begleitet die Fotoschau.

 "Es gibt nichts auf der Welt, das nicht einen entscheidenden Augenblick hätte." Nach diesen Momenten hat Cartier-Bresson seit 1932 gesucht, mit seiner Kamera, einer Leica, deren Kauf am Beginn einer großen Laufbahn stand. Ästhet, Intellektueller und Kosmopolit, hat er die Fotografie vieler Jahrzehnte mit seinem persönlichen Stil und Ethos geprägt. "Alles, was ich zu sagen habe, steckt in meinen Bildern", sagte Cartier-Bresson, der zusammen mit dem so verschiedenen Robert Capa die Fotoagentur Magnum gründete. Die Ausstellung zeigt berührende, anmutige, ansteckende Bilder von Paris, dessen Atmosphäre Cartier-Bresson wie kein anderer ins kollektive Bildgedächtnis einschrieb. Hier ist er aufgewachsen und hat seine ersten Kontakte zur Kunstwelt geknüpft, hier kannte der leidenschaftliche Flaneur fast jede Straße. In seinen ungewöhnlichen Momentaufnahmen offenbart sich, fernab aller touristischen Klischees, die besondere Beziehung zu seiner Heimatstadt, in die er, der so viel reiste und in der ganzen Welt zu Hause war, immer wieder gern zurückkehrte.

 Ergänzend zu den Fotografien werden im Foyer des Fellbacher Rathauses biografische Materialien präsentiert. Neben historischen Büchern und Zeitschriften ist dort der Dokumentarfilm "Biographie eines Blicks" von Heinz Bütler aus dem Jahr 2003 zu sehen.

Diese Ausstellung ist von der Foundation Henri Cartier-Bresson in Paris in Zusammenarbeit mit Magnum Photos geschaffen worden.


Galerie der Stadt Fellbach
Marktplatz 4
70734 Fellbach

kulturamt@fellbach.de
www.fellbach.de

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›Retrospective / Das fotografische Werk‹ Kenneth Van Sickle

zone B, Berlin
16 Mai - 27 Sep 2008

 In der Ausstellung wird ein umfassender Überblick über ein bedeutendes fotografisches Werk gezeigt, das in den USA bereits allgemein anerkannt und ausgestellt wurde. Die Arbeiten des Künstlers sind unter anderem in den Sammlungen von des Modern Museum of Art und des Metropolitan Museums in New York zu sehen.

In dem über fünfzigjährige Schaffen des New Yorker Fotografen und Filmemachers, Kenneth van Sickle (*1932), entstand ein Werk von seltener Intensität.

Seine Arbeiten sind geprägt durch die atmosphärischen Aufnahmen von New York, Paris sowie der ewigen Bohème. In der Präsentation, die in enger Zusammenarbeit mit dem Fotografen entstand, werden alle Arbeiten ebenbürtig nebeneinander gezeigt. Jazz beeinflusste schwarz/weiß Aufnahmen der fünfziger Jahre, stehen Fotomontagen der siebziger Jahre und aktuellen Farbaufnahmen gegenüber. So entwickelt sich eine durch den Zeitstrom geprägte Einheit.

Am 31. Juli, um 19:00 Uhr findet ein Empfang mit den Künstler statt.

zone B
Brunnenstr. 149
10115 Berlin

www.zone-b.info

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›übergang_2‹ Josef Schulz

ZF Kunststiftung im Zeppelin Museum Friedrichshafen
25 Apr - 22 Jun 2008

Josef Schulz, Stipendiat der ZF-Kulturstiftung, zeigt vom 25. April - 22.Juni 2008 eine Auswahl der während des Stipendiums in Friedrichshafen entstandenen Fotoarbeiten. Im Mittelpunkt der Serie stehen aufgegebene Grenzübergänge in der Europäischen Union.

 Die Grenzstationen präsentieren sich in den Arbeiten des Düsseldorfer Fotografen menschenleer vor einem stark aufgehellten Hintergund. Durch die dokumentarische Reihung und die Entkontextualisierung werden die Grenzposten zum Modell reduziert. Sie erscheinen als verlorene Hüter, als verblichene Mahnmale für die einstige Trennung. In einem zusammenwachsenden Europa haben Grenzen ihre politische und wirtschaftliche trennende Funktion verloren, bleiben im Bewusstsein aber noch lange erhalten. Die Schlagbäume verschwinden schneller als Grenz-Erfahrungen in den Köpfen.

Die Fotoarbeiten von Josef Schulz aus der Serie "übergang" sind Zeitzeugnisse. Sie überliefern Architekturvorstellungen und Zeitgeschmack in den unterschiedlichen Ländern. Das Interesse an Orten einstiger Grenz-Erfahrungen ist bei Josef Schulz nicht zuletzt autobiografisch motiviert: "Ich bin in Polen aufgewachsen, einem Land, dessen Territorium in der Geschichte mehrmals verschoben wurde. Bald werden auch hier die Grenzbeamten entschwinden. Die Grenzstationen werden harmlos wirken - doch die beunruhigenden Bilder im Kopf werden sie noch lange wachrufen", so Schulz.

 Josef Schulz, 1966 in Bischofsberg in Polen geboren, hat an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Bernd Becher studiert und war Meisterschüler bei Prof. Thomas Ruff.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der für 19 Euro direkt bei der ZF Kunststiftung und im Zeppelin Museum Friedrichshafen zu kaufen ist.

Weitere Informationen zum Künstler: www.josefschulz.de

ZF Kunststiftung im Zeppelin Museum Friedrichshafen
Seestr.
22
88045 Friedrichshafen

www.kulturstiftung.zf.com

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