Monatsarchiv für September, 2008
Museum für Photographie
Braunschweig, 19 Sep - 02 Nov 2008
Der amerikanische Fotograf Jerry Berndt (*1943) hat ein bemerkenswertes Oeuvre geschaffen, das jedoch weitgehend unbeachtet geblieben ist. Bereits Anfang der 70er entsteht die Serie "Nite Works", in der Berndt nächtliche Stadtansichten unterschiedlicher amerikanischer und europäischer Städte seriell fotografiert hat und einen Spannungsbogen zwischen kommerzieller Ikonographie des Alltagslebens und einer Psychologie nächtlicher Stimmungen aufbaut. Mit ihrem konzeptuellen Hintergrund erinnern diese Serien an Arbeiten von Stephen Shore oder Ed Ruscha.
Die Serie "The Babies" ist in der Zeit von 1980 bis 1992 entstanden. Berndt fotografierte die erstaunlich komplexen und zum Teil sehr komischen Inszenierungen, die seine Tochter im Alter von 2-12 Jahren mit Puppen, Spielzeugen und anderen Gegenständen im täglichen Spiel arrangierte. Begleitet werden die Bilder von den teils witzigen, teils auch anrührenden Kommentaren der Tochter.

Museum für Photographie
Helmstedter Str. 1
38102 Braunschweig
www.photomuseum.de
13. September 2008
Haus der Photographie / Deichtorhallen
Hamburg, 20 Sep - 26 Okt 2008
Um das Thema Schönheit kreist die Ausstellung "Traumfrauen", die vom 20. September bis 9. November 2008 als erste Station im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg gezeigt wird. 50 internationale Top-Fotografen wie Peter Lindbergh, Sheila Metzner, Bettina Rheims und Albert Watson waren aufgefordert, neben eigenen Fotografien jeweils ein Statement der persönlichen Ansicht von zeitgenössischer Schönheit einzubringen. Entgegen der Vermutung, es ginge sicher nur um junge Mädchen mit Größe 34 oder Stars wie Angelina Jolie, präsentieren die Künstler einen komplexen Kosmos unterschiedlichster Typen und Altersstufen.
Es ist ein subjektiver Blick, der sich am allgemeinen Diskurs orientiert, zu dem die Fotografen, die sowohl in der Werbung als auch für die wichtigsten Modemagazine der Welt arbeiten, selbst Essentielles beigetragen haben. Manchmal deckt sich die kommerzielle Arbeit mit der privaten Wahl, manchmal zeigt sie einen Gegenentwurf, immer ist sie eine Referenz ans eigene Werk.
Der Blick der hier versammelten Fotografen auf die Frau des 21. Jahrhunderts ist klassisch, glamourös, persönlich, lyrisch, ironisch, eigenwillig und visionär. Allen gemein ist eine Sehnsucht nach Charakter und Selbstbewusstsein der Frau, die Schönheit wird als eine Schönheit des Innen gesehen. Fast fühlt man sich an den griechischen Begriff von Schönheit, das kalon, erinnert, der die schöne äußere Form mit dem seelischen Guten zu einer Einheit verbindet, so Nadine Barth, die Initiatorin des Projektes. Der Polytheismus der Schönheit heute fordert etwas Wesentliches, das vielleicht auch gegen jedes Schönheitsdiktat helfen mag und sehr simpel klingt. Was schön ist? Persönlichkeit.
Die Ausstellung im Haus der Photographie schließt an die Schau "Archeology of Elegance" an, die 2002 in den Deichtorhallen einen Überblick über die internationale Modefotografie der 80er und 90er Jahre gegeben hat. "Traumfrauen" stellt nun die Frage nach dem Wandel des Schönheitsbegriffs seit der Jahrtausendwende. Der DuMont-Verlag begleitet die Ausstellung mit einem umfangreichen Buch.
Fotografen
Camilla Åkrans / Miles Aldridge / Enrique Badulescu / Walter Chin / Liz Collins / Elaine Constantine / Greg Delves / Michelangelo di Battista / Horst Diekgerdes / David Drebin / Tony Duran / Arthur Elgort / Jenny Gage & Tom Betterton / Nathaniel Goldberg / Torkil Gudnason / Henrik Halvarsson / Pamela Hanson / Steve Hiett / Marc Hom / Matt Jones / Greg Kadel / Ali Kepenek / Paola Kudacki / David LaChapelle / Peter Lindbergh / Glen Luchford / Dan Martensen / Ralph Mecke / Sheila Metzner / Nino Muñoz / Tom Munro / Sheryl Nields / Vincent Peters / Rankin / Bettina Rheims / Paolo Roversi / Satoshi Saïkusa / Luis Sanchis / Norbert Schoerner / Stéphane Sednaoui / Peggy Sirota / Michael Thompson / Donna Trope / Diego Uchitel / Max Vadukul / Albert Watson / Bruce Weber / Jan Welters / Olaf Wipperfürth / Yelena Yemchuk
Katalog
Traumfrauen, Nadine Barth (Hg.) mit Texten von Katharina von der Leyen, Ingo Taubhorn sowie einem Interview mit Prof. Winfried Menninghaus von Brigitte Werneburg. DuMont, Köln 2008, 224 Seiten mit 150 Abbildungen, H 31 x B 24,5 cm, gebunden, EUR 49,90.
Haus der Photographie / Deichtorhallen
Deichtorstr. 1-2
20095 Hamburg
www.deichtorhallen.de
13. September 2008
Color Photographs - Farbfotografien von William Eggleston" - der Titel seiner ersten Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art war schlicht, aber wegweisend: Die zeitgenössischen Kritiker hatten allerdings kein Auge für William Egglestons Farbbilder, mit denen er auf zurückhaltende Art und Weise seine Heimat Memphis und Mississippi, seine Freunde und seine Familie zeigte.
Trotz des vernichtenden Urteils der Kritiker sollte diese Ausstellung Geschichte schreiben und den Beginn der modernen Farbfotografie darstellen. Eggleston, heute 68, hat Generationen von jungen Fotografen, Künstlern und Filmemachern beeinflusst: Jürgen Teller, Andreas Gursky, Sofia Coppola und David Lynch beziehen sich auf den Vorreiter aus den amerikanischen Südstaaten.
Der Dokumentarfilm zeigt aber erste Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die der Künstler zu Beginn seiner Karriere Ende der 50er Jahre aufgenommen hat. Darin wird der Einfluss von Henri Cartier-Bressons Idee vom entscheidenden Augenblick deutlich, auf den sich der amerikanische Fotograf bezieht. Sie zeigen aber auch, dass Eggleston schnell einen eigenen, künstlerischen Weg eingeschlagen hat. Die Anlage des späteren Farbwerks ist bereits deutlich sichtbar. Schon die Abzüge der ersten Ausstellung wurden im für Eggleston typischen Dye-Transfer-Verfahren hergestellt, das es dem Künstler ermöglicht, die Farben - ähnlich einem Maler - zu manipulieren.
Eggleston wurde 1939 in Memphis geboren und wuchs in wohlhabenden Verhältnissen in Mississippi auf. Vielleicht konnte er sein eigensinniges, alte Sehgewohnheiten in Frage stellendes Werk deshalb so unabhängig entwickeln, weil er nicht kommerziell arbeiten musste.
Der Dokumentarfilmer Reiner Holzemer hat Eggleston im Herbst 2007 in Memphis besucht. Zum ersten Mal gelang es ihm, den scheuen Künstler über seinen künstlerischen Werdegang und die Entstehung seines Werkes zu befragen. Bisher hat sich Eggelston den meisten Anfragen verweigert. Er hasst es, seine Bilder zu beschreiben und zu interpretieren. "I am at war with the obvious" , sagt er über seine Bilder.
Reiner Holzemer hat Eggleston auch bei der Entstehung neuer Farbaufnahmen beobachtet. Seine Kompositionen sind viel komplexer geworden, als in den früheren Fotografien. Eggleston will vermeiden, sich selbst zu wiederholen. Im Herbst 2008 widmet ihm das Whitney Museum in New York eine große Einzelausstellung - mehr als 30 Jahre nach der berühmten MOMA-Schau.
21 Sep 2008 . 20:15 h
16:9 / 26 Min.
Dokumentation, Deutschland/USA 2007, BR, Erstausstrahlung, Stereo
Regie: Reiner Holzemer
www.arte-tv.com

Mit 37 Jahren geht der Fotograf Edward Weston (1886-1958) nach Mexiko. Für ihn ein Aufbruch in die Moderne. Er fotografiert Revolutionäre, Künstler, und immer wieder seine Geliebte Tina Modotti. Zurück in Kalifornien kommt er im Dezember 1927 nach Carmel, eine kleine Künstlerkolonie unweit von San Francisco. Eigentlich will er hier nur den Winter über bleiben, daraus werden es 30 Jahre.
Fasziniert von der eindrucksvollen Felsküste des Pazifiks richtet er hier sein Studio in einem einfachen Holzhaus ein, das heute noch im Besitz seiner Familie ist und in dem sein Enkel heute noch lebt. Einen Ort vor seiner Haustür wird Edward Weston sein ganzes Leben lang fotografieren: Point Lobos, von Gischt und Wellen umspült. Seine Schwarz-Weiß-Bilder sind Fotografie pur: sachlich, abstrakt und doch voller Poesie.
Das Leben des Edward Weston ist eine Spurensuche in Kalifornien. Eine Reise nach Carmel und Point Lobos, zu den Sanddünen von Oceano und durch die bizarren Felslandschaften des Death Valley. Und eine sehr persönliche Geschichte der modernen amerikanischen Fotografie.
28 Sep 2008 . 20:15 h
16:9 / 26 Min.
Dokumentation, Deutschland 2004, NDR, Stereo
Regie: Sabine Pollmeier
www.arte-tv.com
13. September 2008
23.-28.09.2008 in Köln

Auf der photokina werden auch 2008 wieder alle führenden Unternehmen der globalen Imaging-Welt vertreten sein. Als internationale Leitmesse der Branche stellt sie das Bild in den Mittelpunkt und zeigt, wie grenzüberschreitende Vernetzung verschiedener Produkte und Technologien die Dynamik und das Wachstum dieses Marktes bestimmen. Bilder sowie Bildtechnologien entscheiden heute über die Qualität der modernen Kommunikation, ohne sie ist eine aktuelle und zukünftige Technologie nicht vorstellbar.
Im Rahmen einer am Imaging-Workflow orientierten Veranstaltungsstruktur präsentieren sich die Themen „Bildaufnahme“ über „Bildspeicherung“ und „Bildbearbeitung“ bis hin zur „Bildübertragung“ und „Bildwiedergabe“ übersichtlich und logisch für Aussteller wie Besucher.
Um den photographischen Nachwuchs geht es bei "Academy meets photokina". Sie zählte 2006 zu den absoluten Highlights der World of Imaging. Zu den kulturellen Highlights der photokina zählt auch 2008 wieder die Visual Gallery. Sie präsentiert erneut Spitzenwerke international bekannter Photographen und Arbeiten preisgekrönter Nachwuchskünstler.
http://www.photokina.de/diemesse/
13. September 2008