2 Fotografenportraits im September auf ARTE
13.September 2008

Color Photographs - Farbfotografien von William Eggleston" - der Titel seiner ersten Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art war schlicht, aber wegweisend: Die zeitgenössischen Kritiker hatten allerdings kein Auge für William Egglestons Farbbilder, mit denen er auf zurückhaltende Art und Weise seine Heimat Memphis und Mississippi, seine Freunde und seine Familie zeigte.
Trotz des vernichtenden Urteils der Kritiker sollte diese Ausstellung Geschichte schreiben und den Beginn der modernen Farbfotografie darstellen. Eggleston, heute 68, hat Generationen von jungen Fotografen, Künstlern und Filmemachern beeinflusst: Jürgen Teller, Andreas Gursky, Sofia Coppola und David Lynch beziehen sich auf den Vorreiter aus den amerikanischen Südstaaten.
Der Dokumentarfilm zeigt aber erste Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die der Künstler zu Beginn seiner Karriere Ende der 50er Jahre aufgenommen hat. Darin wird der Einfluss von Henri Cartier-Bressons Idee vom entscheidenden Augenblick deutlich, auf den sich der amerikanische Fotograf bezieht. Sie zeigen aber auch, dass Eggleston schnell einen eigenen, künstlerischen Weg eingeschlagen hat. Die Anlage des späteren Farbwerks ist bereits deutlich sichtbar. Schon die Abzüge der ersten Ausstellung wurden im für Eggleston typischen Dye-Transfer-Verfahren hergestellt, das es dem Künstler ermöglicht, die Farben - ähnlich einem Maler - zu manipulieren.
Eggleston wurde 1939 in Memphis geboren und wuchs in wohlhabenden Verhältnissen in Mississippi auf. Vielleicht konnte er sein eigensinniges, alte Sehgewohnheiten in Frage stellendes Werk deshalb so unabhängig entwickeln, weil er nicht kommerziell arbeiten musste.
Der Dokumentarfilmer Reiner Holzemer hat Eggleston im Herbst 2007 in Memphis besucht. Zum ersten Mal gelang es ihm, den scheuen Künstler über seinen künstlerischen Werdegang und die Entstehung seines Werkes zu befragen. Bisher hat sich Eggelston den meisten Anfragen verweigert. Er hasst es, seine Bilder zu beschreiben und zu interpretieren. "I am at war with the obvious" , sagt er über seine Bilder.
Reiner Holzemer hat Eggleston auch bei der Entstehung neuer Farbaufnahmen beobachtet. Seine Kompositionen sind viel komplexer geworden, als in den früheren Fotografien. Eggleston will vermeiden, sich selbst zu wiederholen. Im Herbst 2008 widmet ihm das Whitney Museum in New York eine große Einzelausstellung - mehr als 30 Jahre nach der berühmten MOMA-Schau.
21 Sep 2008 . 20:15 h
16:9 / 26 Min.
Dokumentation, Deutschland/USA 2007, BR, Erstausstrahlung, Stereo
Regie: Reiner Holzemer

Mit 37 Jahren geht der Fotograf Edward Weston (1886-1958) nach Mexiko. Für ihn ein Aufbruch in die Moderne. Er fotografiert Revolutionäre, Künstler, und immer wieder seine Geliebte Tina Modotti. Zurück in Kalifornien kommt er im Dezember 1927 nach Carmel, eine kleine Künstlerkolonie unweit von San Francisco. Eigentlich will er hier nur den Winter über bleiben, daraus werden es 30 Jahre.
Fasziniert von der eindrucksvollen Felsküste des Pazifiks richtet er hier sein Studio in einem einfachen Holzhaus ein, das heute noch im Besitz seiner Familie ist und in dem sein Enkel heute noch lebt. Einen Ort vor seiner Haustür wird Edward Weston sein ganzes Leben lang fotografieren: Point Lobos, von Gischt und Wellen umspült. Seine Schwarz-Weiß-Bilder sind Fotografie pur: sachlich, abstrakt und doch voller Poesie.
Das Leben des Edward Weston ist eine Spurensuche in Kalifornien. Eine Reise nach Carmel und Point Lobos, zu den Sanddünen von Oceano und durch die bizarren Felslandschaften des Death Valley. Und eine sehr persönliche Geschichte der modernen amerikanischen Fotografie.
28 Sep 2008 . 20:15 h
16:9 / 26 Min.
Dokumentation, Deutschland 2004, NDR, Stereo
Regie: Sabine Pollmeier
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