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Oliver Sieber: Die Blinden

Oliver Sieber: Julia, 2003Erstmals werden im Dürener Leopold-Hoesch-Museum die dreißig präzisen fotografischen Portraits des Düsseldorfer Fotografen Oliver Sieber komplett gezeigt und erlauben noch bis zum 24. September einen Eindruck von der Komplexität seines Themas. Facettenreich sind die Gesichtsausdrücke der Menschen verschiedenen Alters, von denen einige blind geboren und andere im Laufe ihres Lebens erblindet sind. Nie wirken die vor neutralem Hintergrund fotografierten Personen exponiert, sondern aufmerksam, als seien sie noch immer in das Gespräch mit dem Fotografen vertieft.

Der Bildautor über seine Arbeit: „Bei der Serie „Die Blinden“ interessierten mich die Konzepte vom „sehen können“ und „blind sein“ sowie die Beziehung zum fotografischen Portrait im Allgemeinen. Das Passfoto als Identitätsmerkmal hat mich – mit Respekt für die Blinden – schon immer irritiert. Für diese Menschen ist meine Arbeit absolut nichtssagend. Das ist ein interessanter Punkt für mich – und für die Fotografie.“

Weitere Infos unter http://www.os66.de oder http://www.museum-dueren.de

Der 56-seitige Katalog zur Ausstellung erscheint bei Schaden.com in Köln für 28 Euro. ISBN: 3-932187-56-3.

Weitere Infos unter http://www.schaden.com

jetzt kommentieren? 25. August 2006

Neue Mode-Perspektiven: “The Other Side of Fashion”

JimmyChoo.png100 Prominente wie Donatella Versace, Domenico Dolce oder Stefano Gabbana gewähren einen Blick hinter die Kulissen des Modebusiness – die Erlöse der Ausstellungen in London, Paris und Mailand sowie des begleitenden Bildbands kommen Jugendprojekten des Europäischen Roten Kreuzes zugute.

Canon Europa konnte 100 Größen der internationalen Modeszene dafür gewinnen, ihre ganz persönliche Perspektive auf die Glitzerwelt des Laufstegs mit der Kamera einzufangen. Die eindrucksvollsten Bilder zeigt Canon in einer Reihe von Ausstellungen unter dem Titel „The Other Side of Fashion“ ab Mitte September in London, Paris und Mailand. Zur Eröffnungsveranstaltung im Rahmen der Londoner Fashion Week haben bereits viele prominente Teilnehmer aus dem Modebusiness zugesagt.

Als Sponsor der Fashion Weeks in London, Paris und Mailand bat Canon 100 Stilikonen der internationalen Modewelt um einen fotografischen Beitrag zum zehnten Geburtstag der Canon IXUS. Alle Teilnehmer wurden mit einer IXUS 65 ausgestattet, um ihre Inspirationsquellen und ihr ganz persönliches Verhältnis zur Mode digital festzuhalten. Für den guten Zweck konnten unter anderem Donatella Versace, Christian Lacroix, Helena Christensen, Manolo Blahnik, Domenico Dolce, Stefano Gabbana, Franziska Knuppe und Dita von Teese gewonnen werden. „The Other Side of Fashion“ setzt die erfolgreiche Reihe von Fotoaktionen mit Prominenten fort, die Canon in den letzten Jahren zugunsten des Roten Kreuzes ins Leben gerufen hat.

Die Ausstellung „The Other Side of Fashion“ wird vom 16. bis zum 30. September im Selfridges Department Store in London gastieren. Weitere Ausstellungen finden in den Galleries Lafayette in Paris (21. September bis 14. Oktober 2006) und im Palazzo Reale in Mailand (21. bis 26. September 2006) statt. Der Bildband unter demselben Titel erscheint am 15. September.

Das Europäische Rote Kreuz wird alle Erlöse aus der Aktion für lokale Jugendprojekte einsetzen. Dazu zählen unter anderem ein Projekt in Wales, wo Jugendliche sich mit Fußball Vertrauen und Führungsqualitäten erarbeiten sollen, ein Aidsaufklärungsprogramm in Spanien sowie ein Konzept zur Einrichtung von Beratungsstellen für junge Flüchtlinge in Österreich.

Weitere Infos unter http://www.canon.de

jetzt kommentieren? 12. August 2006

Quer - Fotos für die Pressefreiheit 2006

[mygal=Quer]Querdenker sind unbequem. So wie die Journalistinnen und Journalisten, die in Bild, Wort und Ton über Menschenrechtsverletzungen, Machtmissbrauch und Korruption berichten und dafür oft hohe Risiken eingehen. Im Fotoband „Quer – Fotos für die Pressefreiheit 2006“ liegen auch die Fotografinnen und Fotografen quer.

Zwelethu Mthethwa attackiert spielerisch das Rollenbild der schwarzen Frau im heutigen Südafrika, Martha Rosler richtet ihr Augenmerk auf die Rolle der Massenmedien am Beispiel des Irakkrieges inmitten heiler Wohnzimmerwelten und Felicia Webb thematisiert das (Selbst-) Verständnis von krank oder gesund. Antonín Kratochvíl wiederum zeigt die Auswirkungen des Ölgeschäfts zwischen Nigeria und China für das Niger-Delta, Kadir van Lohuizen konfrontiert uns mit dem Todestrakt in Huntsville, Alec Soth entfaltet ein Bild von Menschen und ihrem scheinbar unkonventionellen Leben am Mississippi, Destiny Deacon setzt sich mit Identitätsfragen australischer Ureinwohner auseinander und Melanie Wiora eröffnet uns die Möglichkeit eines »Anders-Sehens«.

Alle Bilder fordern uns heraus, unsere Sicht der Dinge zu hinterfragen und damit auch unser Bild von der Welt. Neben einer allgemeinen Einführung in das Thema stellen Autorinnen und Autoren jede Serie einzeln vor.

Ein Statement des Schriftstellers Henning Mankell, eine Vorstellung von Reporter ohne Grenzen und eine Bilanz der Verletzungen der Pressefreiheit im Jahr 2005 vervollständigen den 100 Seiten starken Band, der für 12 Euro erhältlich ist..

Weitere Infos unter http://www.reporter-ohne-grenzen.de

jetzt kommentieren? 11. August 2006

Collecting Contemporary

va_collecting_contemporary.jpgEgal, ob Kunstliebhaber oder –sammler sind: Dieses Buch sollte man gelesen haben. Wie ein Lehrbuch, das von weltweiten Experten zusammengestellt wurde, verrät Collecting Contemporary alles, was man über den zeitgenössischen Kunstmarkt wissen sollte. Die Einführung umfasst das ABC für den Kunstkauf auf dem Primär- und Sekundärmarkt, auf Auktionen und Messen und gibt einen Überblick über die aktuelle Kunstszene der Welt und ihre sozialen Kreise.

Den Hauptteil bilden Interviews mit den wichtigsten Akteuren auf internationalem Parkett: mit Kritikern (Rimanelli), Händlern (Boesky, Brunnet/Hackert, Coles, Deitch, Fortes, Gagosian, Gladstone, Glimcher, Hetzler, Lybke, Perrotin, Rosen, Shave, Wirth), Beratern (Cortez, Fletcher, Heller, Segalot, Westreich), Sammlern (Brant, Broad, Habsburg, Joannou, Lambert, Lehmann, Lopez, Paz, Pinault, Rothschild Foundation, Saatchi), Auktionshaus-Experten (Cappellazzo, de Pury, Meyer) und Museumskuratoren bzw. –direktoren (Dennison, Eccles, Heiss, Lowry, Peyton-Jones).

Termine über das Kunstjahr in aller Welt runden das Buch ab – darunter die wichtigsten Auktionen des Jahres, Ausstellungen und Messen – ebenso wie ein Glossar mit den Fachbegriffen, die jeder Akteur kennen sollte. Der Text ist mit Arbeiten der angesagtesten Künstler illustriert, darunter Matthew Barney, Jean-Michel Basquiat, Damien Hirst, Mike Kelley, Martin Kippenberger, Jeff Koons, Takashi Murakami, Richard Serra, Cindy Sherman, Andy Warhol und Lisa Yuskavage.

Der Autor: Adam Lindemann begann seine eigene Sammlung mit Stammeskunst und Werken von Künstlern der 1980er, ehe er sich auf zeitgenössische Arbeiten konzentrierte. Dieses Buch war ursprünglich als schmales Informations-Handbuch und Ratgeber für neue Sammler gedacht; doch Lindemanns Recherchen wurden zu einer wahren Reise durch die Kunstwelt, in der er einige ihrer Schlüsselfiguren traf. Die Ergebnisse sind auf insgesamt 300 Seiten zu sehen; die fundierten Texte werden durch Bilder von mehr als hundert Kunstwerken ergänzt, die den zeitgenössischen Kunstmarkt umfassend darstellen – im Handel

Weitere Infos unter http://www.taschen.de

jetzt kommentieren? 05. August 2006

Das achte Feld – Geschlechter, Leben und Begehren in der Bildenden Kunst seit 1960

 Deborah Kass: Altered Image #2, 1994-95Wolfgang Tillmans Courtesy: Galerie Buchholz KölnRückt der Bauer im Schachspiel auf das achte Feld, den Rand des Spielfelds vor, so kann ihn der Spieler gegen eine Figur seiner Wahl tauschen. Der Bauer kann sich also in eine Dame verwandeln, die machtlose in eine mächtige Figur, der Mann in eine Frau. Mit der Ausstellung „Das achte Feld“ zeigt das Kölner Museum Ludwig vom 19. August bis zum 12. November, dass Sexualität immer auch Beben und Verwandlung ist, Begehren und Macht, Verführung und Trauer, Glanz und Elend.

Von Variété oder Pornographie abgesehen, lässt sich nur in der Kunst die ganze Faszination des Themas erfahren. Sie lässt nicht nur das gefahrlose Spiel mit den Geschlechtern, mit den verbotenen Wünschen zu, sie allein erfasst ihre Widersprüchlichkeit. Was bedeutet das für das abweichende Begehren? Was bedeutet es nach der Liberalisierung, in einer totnormalisierten Welt? Wie sieht diese Welt für weibliche Männer, männliche Frauen aus?

„Das achte Feld“ richtet einen neuen und wachen Blick auf die Kunst, sie tastet die historischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ab. Es ist die erste Ausstellung und der erste Katalog, wo Drag und Gender, Queerness und Transsexualität auf breitem Raum, in all ihren Facetten dargestellt werden und vor allem, wo sie erotisch sein dürfen.

Zur Austellung erscheint beim Verlag Hatje Cantz ein Katalog mit insgesamt 270 Abbildungen und Beiträgen von Judith Butler, Douglas Crimp, Diedrich Diederichsen, Harald Fricke, Julia Friedrich, Hanne Loreck, Thomas Meinecke, Eva Meyer, Cristina Nord und Frank Wagner. Der Katalog ist ab August im Handel erhältlich und kostet 39,80 Euro.

Die Ausstellung und das zugehörige Buch präsentieren Arbeiten von: David Altmejd, Kenneth Anger, Diane Arbus, David Armstrong, Francis Bacon, Stephen Barker, Matthew Barney, Monica Bonvicini, Marc Brandenburg, Kaucyila Brooke, Louise Bourgeois, Brassaï, Claude Cahun, Tom Burr, Daniela Comani, Lucky DeBellevue, Kerstin Drechsel, Nicole Eisenman, Thomas Eggerer, Valie Export, Hans Peter Feldmann, Jochen Flinzer, Annette Frick, General Idea, Gilbert & George, Robert Gober, Nan Goldin, Felix Gonzalez-Torres, Sunil Gupta, David Hockney, Jonathan Horowitz, Peter Hujar, Robert Indiana, Jasper Johns, Deborah Kass, Jürgen Klauke, Peter Knoch, Ferdinand Kriwet, Ins A Kromminga, Inez van Lamsweerde, Zoe Leonard, John Lindell, Lovett/Codagnone, Attila Richard Lukacs, Winja Lutz and Toni Schmale, Robert Mapplethorpe, Bjørn Melhus, Marlene McCarty, Michaela Melián, Annette Messager, Donald Moffett, Tracey Moffatt, Pierre Molinier, Yasumasa Morimura, Bruce Nauman, Piotr Nathan, Marcel Odenbach, Henrik Olesen, Catherine Opie, Jack Pierson, Adrian Piper, Aurora Reinhard, Robert Rauschenberg, Salomé, Lucas Samaras, Cindy Sherman, Dayanita Singh, Markus Sixay, Jack Smith, Katharina Sieverding, Ingo Taubhorn, Wolfgang Tillmans, Paul Thek, Cy Twombly, Gitte Villesen, Del LaGrace Volcano, Jeff Wall, Andy Warhol und David Wojnarowicz.

Weitere Infos unter http://www.museenkoeln.de oder http://www.hatjecantz.de

jetzt kommentieren? 21. Juli 2006

Bekleben verboten: Street Art – Die Stadt als Spielplatz

StreetArt.jpgSchon seit einigen Jahren ist Streetart ein heiß diskutiertes Thema. Die einen schimpfen über urbane Anarchie, die anderen sind längst begeistert und akzeptieren die Aktivisten als Künstler, die unter dem Schlachtruf „Reclaim the streets“ gegen das einheitliche Erscheinungsbild der Städte ankämpfen. Das Buch „Street Art – Die Stadt als Spielplatz“ sensibilisiert diese Art der Raumwahrnehmung – auch für Außenstehende.

Ständig die Digitalkamera im Anschlag, realisierten die Herausgeber Christian Heinicke und Daniela Krause das großzügig bebilderte Buch gemeinsam mit zahlreichen Street-Art-Akteuren, deren Arbeiten auf 208 prallen Seiten eindrucksvoll zusammengestellt wurden. Aus insgesamt 6000 Fotografien suchten die beiden Gestalter die schönsten Motive aus, die sie im März 2006 gemeinsam mit Interviews und Erfahrungsberichten beim „Archiv der Jugendkulturen“ veröffentlichten.

Zu sehen sind Cut Outs (ausgeschnittene Figuren), Stickerkunst, geklebte Poster, Stencils (Schablonen-Graffiti) und veränderte Plakat-Werbebotschaften, die leere Orte und Straßen in lebhaft bunte Galerien verwandeln. Ungefragt, was das Ordnungsamt dazu sagt, aber auch unentgeltlich geben sie dem Stadtbild eine eigene Note.

Zum Kapitel F – „Zwischenraum“ – steuerte übrigens auch der Fotograf und Künstler Manuel Schroeder Fotografien bei, der seit kurzer Zeit von Picture Shuttle vertreten wird.

Weitere Infos unter http://www.jugendkulturen.de

bisher 1 Kommentar 18. Juni 2006

Stuttgart! A Place in Southern Germany

[mygal=Stuttgart]Nach dem großen Erfolg von “Berliner Luft” erscheint im Frühjahr 2006 der Nachfolger des dokumentarischen Bildbands von Benjamin Tafel und Dennis Orel. Wieder wird ein Blick geworfen auf ungewohnte, amüsante Einblicke, diesmal aus der schwäbischen Metropole.

Ein fotografischer Streifzug durch die Stadt im Kessel, die Kamera gerichtet auf das Schauspiel des Alltags. Bilder von einheimischen Keglern, Daimlerfahrern im Glanz der Discokugel, bayerischen Trachten auf schwäbischem Boden, innerstädtischen Bundesstraßen, Schweizern auf Eis, chinesischen Touristen im Blitzlichtgewitter und Deutschlands ältestem Hundesalon.

Was ist Stuttgart noch? Kehrwoche, S-Klasse, E-Klasse, C-Klasse, Wasen, Neckarkarpfen, Nesenbachfrösche, Gaisburger Marsch, Kesseldampf, Maultaschen, Spätzle, Roßbolla, Mittelstand, Monte Scherbelino, Sauberkeit und Fleiß, Filderkraut, 911er, Halbhöhenlage, Karlshöhe, Solitude, Rostbraten, Viertele, schwäbische Italiener, türkische Schwaben, Cleverly Hills, Sparbuch, Wasen, schwäbische Neoklassik, Mineralquellen, Eurythmie, lila Hügel, Berger Sprudler, Schleusenfahrt und und und…

Erschienen ist der Bildband im April 2006 beim Hatje Cantz Verlag und kostet für 16,80 Euro Euro. “Stuttgart!” ist zweimaliger Preisträger beim iF communication design award 2006. In der Kategorie “Verlagsmedien” und “Fotografie” zeichnete die Jury die Publikation aus.

Weitere Informationen unter http://www.berliner-luft.com

jetzt kommentieren? 17. Juni 2006

Art Of Rebellion 2 – World Of Urban Art Activism

Art of RebellionEs ist einiges passiert seit “Art Of Rebellion – World Of Streetart” erschien: Viele der im Buch präsentierten Künstler stellten weltweit aus und andere arbeiteten für große Firmen wie Burton oder VW. Die zweite Ausgabe von Art Of Rebellion bestreitet eine optische Reise durch die weltweite Entwicklung von Streetart in den letzten zwei Jahren und stellt viele neue Künstler mit originellen Stilen und Techniken auf großformatigen Fotos vor. Viele von ihnen sind seit mehreren Jahren aktiv und erlangten internationale Anerkennung, wie zum Beispiel Miss Van, Faile, Heavyweight, Derrick Hodgson und Kid Acne. Zusätzlich präsentiert das Buch eine Auswahl von Ausstellungen sowie Kollaborationen zwischen Künstlern und Fashion-Brands.

Christian Hundertmark, der Autor und Gestalter des Buches, begann seine Graffitilaufbahn Ende der 80er Jahre und wurde im Jahr 2000 selbst aktiv in der Streetart-Szene. Für sein zweites Buch reiste er selbst in Städte wie Stockholm, Amsterdam oder Mailand, um vor Ort den aktuellen Stand der Streetart-Szene und ihre Ausstellungen zu dokumentieren.

Herausgegeben wird das 208 Seiten starke Werk “Art Of Rebellion 2 – World Of Urban Art Activism” von der Publikat Verlags- und Handels KG, die unter anderem auch für das bekannte Graffitimagazin Stylefile verantwortlich zeichnet. Preis der rebellischen Publikation: beträgt 34,90 Euro.

Weitere Infos unter http://www.stylefile.de

jetzt kommentieren? 03. Mai 2006

JVA Magdeburg – Fotografien und Interviews von Jens Klein

Foto: Jens KleinEin Jahr lang verfolgte Jens Klein mit dem Projekt JVA Magdeburg eine Auseinandersetzung mit einem Ort, der die Strukturen, Hierarchien und Abhängigkeiten unserer Gesellschaft in einem eigenen Mikrokosmos widerspiegelt, sich aber scheinbar am Rande dieser befindet. Das Ergebnis: Etwa 45 Portraitaufnahmen, Sachfotografien persönlicher Gegenstände sowie Innen- und Außenansichten der JVA Magdeburg, die vom 19. Mai bis zum 19. Juni im MDR Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt zu sehen sind. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein gesonderter Textband mit Interviews, die der Künstler sowohl mit Inhaftierten als auch mit Angestellten geführt hat.

Die Fotografien sind mehr als bloße Dokumentation und fordern den Betrachter auf subtile Weise zum Dialog heraus. Nicht moralisierend, nicht bewertend zeigen sie ohne technische Verfremdungen und aufwendige Inszenierungen den Ort und die Menschen, mit der ihnen eigenen Würde. Eine Gleichwertigkeit der Darstellung ist konzeptionell angelegt und findet sich in fast allen Fotografien wieder. Die Umsetzung gelingt Jens Klein durch die zentralperspektivische Kameraposition, den Verzicht auf zusätzliche Lichtquellen, die gleichmäßige Ausleuchtung der Innenräume, welche ein Licht-Schatten-Spiel ausschließt, das Aufheben einer sicheren Zuordnung von Personen zu Gegenständen und Räumen, die Herauslösung der Personen aus ihrem räumlichen Umfeld. Zusätzlich verstärkt das bewusste Auslassen der Namen der Fotografierten den Wegfall jeglicher von außen gegebener Individualität und Identität. Diese erhalten sie einzig durch ihre formatfüllende Abbildung in Frontalansicht.

Die Aufnahmen der Zellen haben nichts Voyeuristisches. Sie zeigen verschiedene persönliche Räume, ohne deren Intimsphäre preiszugeben. Die Situation des Eingesperrt-seins wird auch hier nicht thematisiert. Die Fenster sind Quelle des natürlichen Lichtes, das Gitter vor ihnen wird durch das starke Gegenlicht nur als verschwommene, sich auflösende Struktur wahrnehmbar. Die anderen Innenraumaufnahmen zeigen ebenso wie die Fotografien des mit Grün belebten Hofes weitere herausgelöste Details des Gesamtbildes, ohne dem Betrachter einen Rahmen oder eine Verortung vorzugeben.

Das Prinzip der Nichtzuordnung in der Arbeit von Jens Klein eröffnet Denkräume, die mit eigenen Assoziationen gefüllt werden können, wenn man sich auf einen Dialog mit dem Abgebildeten einlässt. Dieses korrespondiert zugleich mit dem Prinzip der Akzeptanz des Anderen, der Wahrung von Würde und Individualität. (Susanne Knorr)

Weitere Infos unter http://www.extremnett.de/jensklein

jetzt kommentieren? 26. April 2006

Digitale Fotowelten für Hobbyfotografen - Praxis Fotografie und Bildbearbeitung mit Photoshop leicht gemacht

Digitale FotoweltenIn dem Kurs „Digitale Fotowelten für Hobbyfotografen“ vom Fachverlag für Computerwissen erfahren Einsteiger und ambitionierte Hobbyfotografen alles, was sie über Digitale Fotografie und die Bildbearbeitung mit Photoshop wissen müssen. In den Rubriken Grundlagen, Fotopraxis, Bildbearbeitung und Workshops wird alles Wichtige zur Digitalfotografie vermittelt, das nicht nur dabei helfen soll, bessere Fotos zu produzieren, sondern auch diese nachträglich in Photoshop zu optimieren.

Es geht um Grundlagen der Kameratechnik, Bildkomposition, um die richtige Kamerabedienung für bestimmte Aufnahmesituationen wie beispielsweise für Porträt-, Landschafts- oder Urlaubsfotografie. Außerdem um das kreative Bearbeiten, Reparieren, Präsentieren und Verwalten Ihrer Fotos. Das alles lernen die Leser in leicht nachvollziehbaren Schritt-für-Schritt-Anleitungen und in aufeinander aufbauenden Ergänzungen, geschrieben von der bekannten Fotografin, Fotodesignerin und Photoshop-Spezialistin Carina Meyer-Broicher.

Wer sofort bestellt, erhält den Band übrigens noch für 24,80 Euro, später kostet das Basiswerk inklusive CD-Rom 34,80 Euro. Infos zum 14-Tage-Gratis-Test sowie ein Bestellformular finden Interessierte unter http://www.computerwissen.de

jetzt kommentieren? 24. April 2006

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